«Vom einfachen Mannli bis zum verwöhnten Kurgast…»

Besonderes im Museum Schinznach-Dorf

«Vom einfachen Mannli vom Schenkenberg bis zum verwöhnten Kurgast beanspruchen alle ihre Dienste»: So steht es im Avis zum 100-Jahr-Jubiläum der Apotheke Schinznach-Dorf. Jene Dienste werden unterdessen bereits seit 150 Jahren in Anspruch genommen und im Heimatmuseum mit einer Spezialausstellung gewürdigt.

Viele Ausstellungsgegenstände sind Leihgaben von Elisabeth Müller und Martina Sigg, andere stammen aus den Beständen des Museums. Bei der Betrachtung all der ausgestellten Salbentöpfe, Mörser, Pillen- und Zäpfchenfabrikationsgeräte, Destillationsapparaten aus mundgeblasenem Glas – all der auch handwerklich verblüffenden Konstruktionen – beschleicht einem doch das Gefühl, dass auch das Gesundheitswesen etwas modeabhängig sein könnte. Wohl kaum sieht man im heutigen Haushalt noch raffinierte Inhalationsapparate, Schröpfkugeln oder dreistufige Wärmelampen in Bogenform. Beeindruckend auch, wie man sich im Falle eines Beinbruchs über die Runden half oder sich gar liegend auf dem entsprechenden Bahrenmodell vorfand. Schon beinahe prunkvoll wirkt dagegen der Korb-Rollstuhl. Wunderschön präsentiert sich auch die alte Apothekerwaage, die zum Abmessen der Ingredienzien diente, wie sie auf den 19 handgeschriebenen Rezepturzetteln von Apotheker Moritz Müller(1950 bis 1987) vermerkt sind.

Martina Sigg und Elisabeth Müller: 59 Jahre Apotheke Schinznach im Gespräch

Rebensaft und Fossilien
Das einfache Mannli und der verwöhnte Kurgast waren sicher auch dem Rebensaft vom Schenkenberg nicht abhold und hätten ihre helle Freude an der permanenten Ausstellung zum Rebbau gehabt oder hätten sich an die Stachelhäuterfossilien vom Heistersteinbruch erinnert, die nun im Kellergewölbe des Museums versammelt sind.

Am Sonntag, 3. Juni, ist das Heimatmuseum hinter dem Gemeindehaus von Schinznach- Dorf von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ueli Hinden wird führen und so manche Apparatur in Betrieb setzen.