2019

20-JĂ€hriges der 165-Millionen-JĂ€hrigen

Vom fossilen Seeigel bis zum modernen Stacheligel werden nun einiges Getier und so manche Pflanzen das Heimatmuseum samt seiner Umgebung besiedeln. Die Fossiliensammlung bleibt zwar in ihren Gewölben, feiert dort aber umso lebhafter ihr 20-jĂ€hriges JubilĂ€um – und die Rebbauausstellung im Stock darĂŒber zeugt von einem wichtigen hiesigen Erwerbszweig. 

Ebenfalls mit dem Tal und was darin so kreucht und fleucht befasst sich auch der Verein «Natur- und Landschaft Schenkenbergertal», der diesjÀhrige Museumsgast. Zudem wird das Museumsdepot diese Saison seine QualitÀten als Schaulager unter Beweis stellen.

Im Grunde das 80-Jahr-JubilÀum

Vielleicht sollte am Sonntag 5. Mai 2019 gar der 80. Geburtstag der Fossiliensammlung gefeiert werden, haben doch Robert und Gottlieb Amsler anno 1939 ihren Steinbruch im Heister eröffnet und sind dabei auf eine Schicht gestossen, die ein wahrer Schatz an besterhaltenen fossilisierten StachelhÀuterskeletten barg.

Der damalige Dorfarzt Dr. Theodor Keller erkannte die Bedeutung dieser Funde und wandte sich an das Naturhistorische Museum Basel. Durch die Zusammenarbeit der Gemeinschaft Basler Museen und des Projektes «Werkstatt Schenkenbergertal» und zahlreicher weiterer Geldgeber gelang im Sommer 1999 die Eröffnung einer aussagekrÀftigen Ausstellung im Heimatmuseum Schinznach.

Ein grosses Wandbild illustriert  zudem das Leben der StachelhĂ€uter, der Seelilien, Seesterne und Seeigel im lauwarmen Meer, das vor 165 Millionen Jahren in der Gegend vom heutigen Schinznach lag. Der Maler Beat Scheffold wird zur Saisoneröffnung speziell aus Winterthur anreisen und viel zur  Entstehungsgeschichte des Bildes zu erzĂ€hlen wissen. Aus Trimbach wird der Fossilienspezialist Beat Imhof, der dazumal die Grabung- und die Ausstellungsarbeiten begleitet hat, seinen damaligen Wirkungsort besuchen kommen.

Dies sind die illustren GĂ€ste, die beide ihr ganzes Wissen und so manche Grabungsgeschichte am 5. Mai zum Besten geben werden. Zwischendurch hebt ein Apero aus WildkrĂ€utern – gebraut von den Experten des Vereins Natur und Landschaft, unterstĂŒtzt von Amary Kyburz aus Thalheim – die Geister.

Heimatmuseum treibt vielfĂ€ltige BlĂŒten

Schinznach: Am So 2. Juni 2019, 14 – 17 Uhr, gehts nicht nur ums Bewahren – sondern auch ums BlĂŒhen.

Der Verein Natur und Landschaft Schenkenbergertal benĂŒtzt am Sonntag, 2. Juni 2019 zwischen 14.00 und 17:00 die Gelegenheit zum Spaziergang zu so manchen blĂŒhenden Wildpflanzen in und ums Museum. Beinahe unvergĂ€nglich prĂ€sentieren sich wĂ€hrenddessen die StachelhĂ€uterfossilien im Keller und die mannigfachen SchĂ€tze im Depot.  

Das Wetter spielt verrĂŒckt und doch hofft der Verein Natur und Landschaft  Scbenkenbergertal  die hiesige FĂŒlle in Fauna und Flora nicht nur in den RĂ€umen drinnen im Museum ausbreiten zu können, sondern am 2. Juni auch saisongemĂ€ss darum herum: Silvia Spichers spezieller Wildgarten nebenan steht darum im Vordergrund und wird nur knapp konkurrenziert vom stolzen Holunderbaum im Museumshof selbst.

Im Gewölbekeller feiert  die  permanente Fossilienausstellung ihr zwanzigjĂ€hriges Bestehen, aktuell und aufgefrischt. Auch weitere, verstecktere SchĂ€tze sollen nun  mehr Aufmerksamkeit erfahren mit speziellen FĂŒhrungen durchs Depot – an die dreitausend GegenstĂ€nde mit Bezug zum Tal sind hier gelagert und möchten dringend mehr Beachtung finden. Dieses Jahr auf den ‘Gabentisch’ im Hauptraum im Museum geschafft  hat es ein fabelhafter Katalog von StrohwebbĂ€ndern in seltener Vielfalt und QualitĂ€t, gestiftet von Thomas SchĂ€rli, Autor vom Buch  ‘Veltheim’ – auch darin lohnt sich zu blĂ€ttern.

Stacheligel und Seeigel geben sich ein Stelldichein

Am Sonntag, 7. Juli 2019 erwarten die fossilisierten Seeigel und ihre Verwandten im Heimatmuseum Schinznach-Dorf lebendigen Besuch aus der Tierwelt von 14:00 bis 17:00.

Der Verein Natur und Landschaft Schenkenbergertal feiert hier sein JubilÀumsjahr diesmal mit der PrÀsentation unserer Gartenbewohner von den Insekten zu Schnecken, Eidechsen, MÀusen und eben Igeln.

Deren NĂŒtzlichkeit ist unterdessen zwar unbestritten – deren GefĂ€hrdung allerdings auch. Immer noch könnte man ihnen das Leben auch auf kleinem Raum leichter machen und damit gleich noch uns Menschen zu grösserer Beobachtungsfreude verhelfen. Wie das nĂŒtzliche Getier denn genau aussieht und wie sein Lebensraum zu gestalten wĂ€re, etwa mit BlĂŒtenvielfalt und farbigen Totholzstöcken im Garten und auf dem Balkon, wird ganz praktisch und durchaus kindergerecht von Anna Hoyer angeleitet.

Gute Aussichten fĂŒr den Biber in Schinznach

Verein Natur und Landschaft im Heimatmuseum

Die Biberfamilie am LĂ€ngibach hat wieder Ausblick – und Einblick in das Biberleben bietet das Heimatmuseum Schinznach. Der Verein Natur- und Landschaft nimmt sich diese Saison der hiesigen Fauna und Flora an und stellt am nĂ€chsten Museumssonntag vom 4. August 2019 den Biber vor.

Die nĂ€chste Biberfamilie lebt nĂ€mlich seit etlicher Zeit am LĂ€ngibach, selbst fast unsichtbar, doch mit DĂ€mmen und Stauweihern durchaus prĂ€sent. Zwar kann sich die Biberfamilie nun freier bewegen, da die die Abraumberge vom Bözbergtunnel verschwunden sind, doch tut sie das eben sehr diskret. Die Ausstellung im Heimatmuseum soll nun etliche Geheimnisse des Biberlebens etwas lĂŒften helfen. Schon 30 Millionen Jahre gibt es die Biber in Ă€hnlicher Form. Über die Jahre hat sich ihre Lebensweise immer mehr Richtung Wasser verschoben, wie sich das unsrige eben meistens in den Sommerferien tut.

Sommerferienbekannte haben sich ebenfalls im Heimatmuseum niedergelassen in Form von 165 Millionen Jahr alten fossiler Seesterne, Seeigel, See- gurken und Seelilien. Ausblick auf den Herbst und damit kĂŒrzere ZeitlĂ€ufte bieten mannigfache AusstellungsgegenstĂ€nde zu Land- und Hauswirtschaft, mit einer intakten Schuhmacherwerkstatt brilliert das Depot – auch die ehemalige GefĂ€ngnistĂŒre der Schinznacher Kirche gehört dazu.

Mosten und Kosten: Ein Sonntag fĂŒr alle Sinne

Trotz der diesjĂ€hrig etwas verspĂ€teten Apfelernte entfaltet sich ein wahrhaftes Apfelfestival im Heimatmuseum Schinznach-Dorf. Äpfel warten darauf, ihren Saft zu spenden, verschiedene Apfelsorten prĂ€sentieren ihre VorzĂŒge, die Hochstammdiskussion kann weitergefĂŒhrt werden, betreut vom Verein Natur und Landschaft Schenkenbergertal und vom Museumsteam.

Bald liegt die Mostpresse aus den MuseumsbestĂ€nden im alljĂ€hrlichen Bade, damit jede Ritze im Holz gut verquellen kann und kein Tropfen des Pressgutes verloren geht. Jung und Alt sollen sich doch am Rad versuchen und den Raspel- und Pressvorgang aus nĂ€chster NĂ€he beobachten können, um anschliessend gleich die Kostprobe zu geniessen. Speck und Brot unterstĂŒtzen das Geschmackserlebnis im Besonderen und die Vorfreude auf den Herbst im Allgemeinen.

So gestĂ€rkt lĂ€sst sich ein Rundgang durchs Museum ins Auge fassen, begonnen ĂŒber die ‘VorrĂ€te’ an altehrwĂŒrdigen GerĂ€tschaften im Depot, durch die Galerie und in den bald vierhundert Jahre alten Doppelspycher bis hinab in den Gewölbekeller. Äonen zurĂŒck liegt die Lebenszeit der Exponate, die nun hier lagern. Ihr Lebensraum aber war das Meer, das sich hier vor 165 Millio- nen Jahre ausbreitete und uns in fossiler Form besterhaltener Seesterne, Seeigel, Seelilien und Seegurken in Erinnerung gerufen wird.

Mit Bildern und BrÀtzeli

Schinznach: Einwintern im Heimatmuseum – Saison-Finale am Sonntag.

Das Saisonende und der Einsatz des  Vereins Natur- und Landschaft Schenkenbergertal wird im Schinznacher Heimatmuseum mit einem Umtrunk gefeiert.

Am Sonntag, 3. November zwischen 14:00 und 17:00 prĂ€sentiert  sich der Verein Natur- und Landschaft Schenkenbergertal nochmals im  Heimatmuseum mit allerhand Wissenswertem ĂŒber die Winterruhe einheimischer Tiere.  Köbi Zimmermann aber wird sich erneut fachgerecht seinem grĂŒnen Herd widmen, dort knusprige `BrĂ€tzeli`  im ehrwĂŒrdigen Waffeleisen backen und den GlĂŒhwein aufkochen. 

Der Milan macht zwar keinen Winterschlaf, ergĂ€nzt aber trotzdem das Wissen ĂŒber die hiesige Tierwelt in Form der zusĂ€tzlichen Sonderausstellung der prĂ€chtigen und von unerschöpflicher Geduld zeugenden Bilder vom Fotografen Peter Nyffenegger. 

Die grosszĂŒgige Gabe von Prof. Dieter Landolt, Jouxtens, bescherte dem Museum eine aktuelle Sonderausstellung. Aus dem Nachlass seines Bruders schenkte er dem Heimatmuseum vier wunderbare GemĂ€lde von Viktor Baumgartner-Landolt (Veltheim 1870 – 1948)  mit ungewöhnlichen Aus- und Einsichten ins  Schenkenbergertal. 

Das 20 jĂ€hrige JubilĂ€um der Ausstellung der weltweit einmaligen Sammlung fossiler StachelhĂ€uter aus dem hiesigen Steinbruch ‘Heister’ hat grosses Interesse hervorgerufen, die Ausstellung wird auch die nĂ€chsten Jahre gezeigt werden.

 Eigentliche ErntedankgefĂŒhle stellen sich ein beim RĂŒckblick auf die diesjĂ€hrige reichhaltige und gut besuchte Saison, mit einem Wermutstropfen allerdings, möchte sich doch Köbi Zimmermann nach langen Jahren unermĂŒdlichen und ideenreichen Einsatzes aus der Museumsarbeit zurĂŒckziehen: der Dank gilt auch ihm.