Seelilien als schönes Finale

(A. R.) – «Lilien sind nun mal die schönsten, ob als Pflanzen auf dem Feld, als Tiere auf dem Meeresboden oder als Fossilien im Museum«, schmunzelt Dorothee Rothenbach. Und freut sich auf das schöne Finale vom Sonntag, wenn sie ihre spezielle Inszenierung der Stachelhäuter-Sammlung zum letzten Mal präsentiert.

Mit der Vorstellung der anmutigen Seelilien geht am Sonntag das Wirken von Dorothee Rothenbach als Museums-Leiterin nach 22 Jahren zu Ende. Unter ihrer Ägide genoss das kleine Museum durchaus auch mal grosse nationale Ausstrahlung, wie etwa die vielbeachtete Reportage der Migros-Zeitung im 2006 zeigte.

Vor 165 Millionen Jahren, als die Jurafaltung noch ferne Zukunftsmusik war, schwammen in Schinznach Seesterne, Seelilien & Co. in einem lauwarmen Meer und seit 25 Jahren werden diese weltweit einzigartigen fossilen Stachelhäuter im Heimatmueum attraktiv präsentiert.

Dazu hat Dorothee Rothenbach heuer bekanntlich eine jubiläumswürdige Zusatz-Ausstellung geschaffen: Alle fünf heutigen Stachelhäuterklassen werden auf verschiedenen Bildern und Bildschirmen in ihrer ursprünglichen Gestalt und Farbe, im passenden Umfeld und samt den entsprechenden Fortbewegungsweisen dargestellt. So lassen sich die früheren Formen problemlos mit den heutigen vergleichen.

Und die letzte Stachelhäuterklasse ist nun eben jene der Seelilien. «Sie gehören zu den unterhaltsamsten Beobachtungsobjekten unter Wasser: Sie rollen als Ball durch die Strömung, galoppieren nach Bedarf oder nutzen ihre 20 Arme für ein symmetrisches Ballett», schwärmt die studierte Zoologin. Die Farbpalette sei ebenfalls nicht zu überbieten, ergänzt Dorothee Rothenbach, soeben habe man Millionen Jahre alte Pigmente der Seelilien analysieren können.