Dorothee Rothenbach

Heimatmuseum Schinznach Dorf 

Am Sonntag 2.Mai 2010 öffnet das Heimatmuseum wieder seine beiden Pförtchen mit dem Thema Modelle und Miniaturen. Empfangen werden Sie dann von den farbenfrohen Modellen zu den KostĂŒmen der Oper Carmen im Schenkenbergertal und von da an wird sich jeden ersten Sonntag im Monat von 14:00 – 17:00 eine neue Überraschung aus dem umfangreichen Museumsdepot zu diesem Thema prĂ€sentieren. 

Gerne wĂŒrden wir auch noch mehr der kleinen Kunstwerke vom kĂŒrzlich verstorbenen Willi Hartmann ausstellen. Sollte Ihnen auf der Osternestchensuche in Ihrem Haushalt das eine oder andere seiner BĂ€bistĂŒhlchen, SpinnrĂ€dchen, WĂ€gelchen, Schlitten oder gar ein StĂ€llchen oder eine Puppenstube begegnen, die Sie im Museum ausstellen und den Sommer ĂŒber einem begeisterungsfĂ€higen Publikum zugĂ€nglich machen möchten, melden Sie sich bitte bald.

Weihnachten im Juni

Begegnung mit Eduard Gerber und Kurt Hediger

Das Heimatmuseum in Schinznach Dorf hat gerade rechtzeitig fĂŒr den Museumstag vom ersten Sonntag im Juni (6. Juni 2010, 14 bis 17 Uhr) ein sehr besonderes Geschenk entgegennehmen dĂŒrfen.

Noch ein bisschen provisorisch an die Wand gelehnt, schaut es sich um und wartet auf Besucherinnen und Besu- cher sowie deren Kommentar: ein wunderschönes Portrait von Eduard Gerber, gemalt und gestiftet von Kurt Hediger. Wie Eduard Gerber leibte und lebte: Der skeptischen Blick des Naturwissenschafters links in die Ferne gerichtet und mit dem rechten Ellbogen in Kontakt zum Zwergenreich – zwei sind ihm gerade von der rechten Schulter gehĂŒpft.

Kurt Hediger und Eduard Gerber waren fĂŒr kurze Zeit Kollegen an der Bezirksschule Schinznach-Dorf und anschliessend fĂŒr eine lange Zeit befreundet. Eduard Gerber kam 1929 ins Dorf, prĂ€gte den guten Ruf der Bezirkschule geprĂ€gt, war GrĂŒndungsmitglied des «Grund» und verfasste die 1975 erschienene Schinznacher Chronik.

Kurt Hediger ist nicht nur der bekannte Maler sondern auch ein begabter Causeur – er wird noch so manches von Eduard Gerber und der Entstehungsgeschichte des Portraits zu erzĂ€hlen wissen; bei einem Schluck Wein ab 15.30 Uhr unter dem Holunderbaum im Museumshof.

Am 4. Juli wird dann wie geplant Vinzenz HĂ€rri, ehemaliger Nachbar und Freund von Willi Hartmann um 14 Uhr im Heimatmuseum eintreffen und die Erinnerungsschatzkiste öffnen. Das Modell der ÖlmĂŒhle Veltheim ist aber bereits in Betrieb und viele seiner Modelle und Spielsachen sind in der Ausstellung zu besichtigen.

In seinen HĂ€nden erwachte Holz zum Leben

Spezielles von Willy Hartmann (Köstel) im Heimatmuseum Schinznach Dorf

Bis kurz vor seinem Tod im letzten Sommer hat Willy Hartmann in seiner Schreinerwerkstatt an der Körbergasse mitten im Dorf gewirkt. Von nah und fern sind seine Kunden mit sehr speziellen WĂŒnschen zu ihm hinauf in die Boutique gestiegen, haben ihn um Rat und Tat gefragt und bei einem gemĂŒtlichen Schwatz vieles ĂŒber die Eigenschaften von Holzarten oder auch ĂŒber die Vergangenheit erfahren.

Zum Beispiel ĂŒber das Geschehen in der ÖlmĂŒhle Veltheim – wie er als Kind gerne an der WĂ€rme dort auf dem Ofen sass, den Mohnduft schnupperte und den frischgepressten Mohnkuchen verspeisen durfte, nur wenig fĂŒr die Kinder, er machte schlĂ€frig.

Das Modell dieser ÖlmĂŒhle hat er dann auch angefertigt und dem Museum geschenkt. Es ist diesen Sonntag, 4. Juli in Betrieb, umgeben von vielen weiteren Kleinoden aus Hartmanns Werkstatt: der Stall, die BĂ€bimöbel, Gampirössli und vieles mehr wurden dem Heimatmuseum von seinen ehemaligen Kunden ausgeliehen fĂŒr diese Saison. Urs Obrist hat wunderschöne Fotos beigesteuert, die die WerkstattatmosphĂ€re trefflich einfangen.

Ein funktionsfÀhiger Mini-Schleifstein und eine Leiterwagenminiatur

Köbi Zimmermann ist an diesem Sonntag Museumsbetreuer.

Nachbar, Kunde, Freund und Miterfinder war Vinzenz HĂ€rri, an der Hochschule Luzern als Professor fĂŒr Elektrotechnik tĂ€tig. Er kommt am Sonntag nach Schinznach, um eine kleine Hommage an Willy Hartmann zu halten, reich bebildert auch aus seinem Fundus. Um 14.30 und um 16 Uhr wird er sprechen und dann auch Zeit haben, bei einem Schluck Wein Erinnerungen auszutauschen. Nicht verpassen: Heimatmuseum Schinznach-Dorf, Sonntag, 4. Juli 2010, 14-17 Uhr.

Seeigel, Seesterne, Seewalzen und Seelilien

Die Heistersammlung im kĂŒhlen Kellergewölbe vom Schinznacher Heimatmuseum – ein lokales Thema von weltweiter Bedeutung

Vielleicht sind Sie nun nach Ferien am Meer gar nicht mehr so gut zu sprechen auf Seeigel und ihre nahen Verwandten und haben unliebsame Bekanntschaft mit deren brĂŒchigen Stacheln gemacht, trotzdem möchten wir die Fossiliensammlung dieser seltsamen Tiere im Heimatmuseum Schinznach-Dorf in Erinnerung rufen. Auch in unserer Region rollte vor 165 Millionen Jahren ein lauwarmes Meer sanft ĂŒber SanddĂŒnen. In den Kuhlen sammelten sich alle vier StachelhĂ€uterklassen, die Seeigel eben, aber auch die Seesterne, die Seewalzen und die Seelilien samt den Haarsternen. Ihre damalige Gestalt lĂ€sst sich noch durchaus mit der modernen vergleichen, nur dass gerade die Seelilien heute nur noch selten und in grosser Tiefe vorkommen.

Alle vier Klassen sind nach demselben fĂŒnfteiligen radiĂ€rsymmetrischen System aufgebaut, das auch noch im Kalkskelett gut ablesbar bleibt. Dieses Kalkskelett setzt sich zusammen aus winzigen

PlĂ€ttchen – dass also elf Echinodermenarten ungestört versteinern und somit die ursprĂŒngliche Form erkennbar bewahren konnten ist weltweit einmalig. Sechs Arten gar wurden hier erst entdeckt. Besonders der Steinbruch Heister am Abhang des ‚Grundes’ gab immer wieder seine SchĂ€tze frei, bis diese dann 1996 vom PalĂ€ontologischen Institut der UniversitĂ€t Basel ausgegraben wurde und schöne StĂŒcke der reichbefrachteten Jurakalkplatten auch dem Heimatmuseum verblieben.

Wenn Sie dann aus den Tiefen des Gewölbes auftauchen, erwartet Sie im Parterre «Modelle und Miniaturen» mit den Werken von Willy Hartmann, der Sammlung verkleinerter Landmaschinen und der Zinnsoldatensammlung.

Im oberen Stock neu ausgestellt sind die GegenstĂ€nde zum Winzerhandwerk und auf die Spezialausstellung‚ «65 Jahre Traubensaft im Schenkenbergertal» kommen wir am nĂ€chsten Monatsanfang noch zu sprechen. Diesen Sonntag im Museum gibt Reini Vogt Auskunft und weiss dabei auch noch den Gebrauch so mancher Utensilien aus seiner Erinnerung wieder lebendig werden zu lassen.

Saisonabschluss im Heimatmuseum

Noch ein letztes Mal ergibt sich am Sonntag, 7. November 2010 von 14:00 bis 17:00 die Gelegenheit eine ganze Sammlung der vielen mit Liebe und Sachkenntnis hergestellten Miniaturen von Willy Hartman zu besichtigen: BĂ€bibettli, kleine Schlitten, Schaukelpferde, Puppenhaus und Puppenmöbeli aber auch ein Spinnrad freuen sich dann in die warmen Stuben ihrer Besitzer zurĂŒckzukehren. Herzlichen Dank fĂŒr ihre saisonalen Leihgaben! 

Das museumseigene Modell der ÖlmĂŒhle Veltheim ist nochmals in Betrieb und die Ausstellungen ‚Licht und WĂ€rme’, fossile StachelhĂ€uter, Weinbau und‚ 65 Jahre Traubensaft Schenkenbergertal’ stehen den Besuchern nochmals offen.

50 Jahre Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Vorgeschichte 

Der Arzt Dr. Theodor Keller sammelte in der ganzen Talschaft alte nicht mehr gebrauchte GegenstĂ€nde, vom KĂŒchengeschirr ĂŒber MĂ€usefallen, Ofenkacheln, Ziegeln bis zu Eggen und Leiterwagen. Wo er alles lagerte, wusste nur er. Das meiste landete auf seinem Estrich.

Zum Anlass 150 Jahre Kt. Aargau im Jahr 1953 veranstaltete die Kulturvereinigung Grund in den sechs Zimmern des Primarschulhauses eine Heimatausstellung. Den Grundstock bildeten die von Dr. Keller gesammelten GegenstĂ€nde. Mit einem Aufruf wurden die Bewohner der ganzen Umgebung aufgefordert weitere Objekte zu bringen. Diese Ausstellung fand weitherum grosse Beachtung. Viele der gebrachten GegenstĂ€nde konnte man behalten, andere wollten die Besitzer zurĂŒck. In den Köpfen der Veranstalter geisterte bereits ein Museum herum.

MuseumsgebÀude

Am 5. Jan. 1957 kaufte die Gemeinde die Liegenschaft Nr.  81, Doppelwohnhaus mit Scheune und Schopf, sowie einem Doppelspeicher mit Jahrgang 1647. Dieser Speicher war am verlottern und fĂŒr die BedĂŒrfnisse der Gemeinde uninteressant, abbruchreif.  Der Gedanke an ein Museum nahm konkrete Formen an. AbklĂ€rungen ergaben, dass das Mauerwerk und einige Balken noch in gutem Zustand waren. Der Gemeinderat war bereit, die Ruine fĂŒr den Bau eines Museums zur VerfĂŒgung zu stellen und die Renovation mit Fr. 4’000 zu unterstĂŒtzen. Die Vorbereitungen konnten beginnen. Sorgen bereitete die weitere Finanzierung. FĂŒr diese setzte sich der damalige PrĂ€sident der Kulturvereinigung Grund ein, Dr. Eduard Gerber. Im Jahr 1960 kam mit Hilfe einer breit gestreuten Aktion bei den Mitgliedern des Grund, den benachbarten Gemeinden, Industrien, Heimatschutz, Kanton Aargau etc. eine stattliche Summe zusammen, sodass eine Baukommission ihre Arbeit aufnehmen konnte. Die Bauarbeiten wurden in Angriff genommen. Sehr viel wurde in Fronarbeit an Samstagen und an Abenden erledigt. Wo Handwerker nötig waren wurden sie eingesetzt. Die meisten verrechneten nur die Materialkosten und sandten auch grosszĂŒgig quittierte Rechnungen.

Einweihung

Die offizielle Einweihung des Heimatmuseums fand am 27. Mai 1961 statt. NatĂŒrlich festlich mit Ansprachen, Speis und Trank. In der Folge wurden noch einige Einrichtungen verbessert und ergĂ€nzt. Die letzten Rechnungen trafen ein. Damit der Grund sie bezahlen konnte, war er genötigt ein Darlehen aufzunehmen. Er musste sich daher 1963 von einer Vereinigung in einen Verein nach OR umwandeln mit Statuten und Jahresrechnung.

Am 19. MĂ€rz 1966 erhielt der Grund an einer eindrĂŒcklichen Feier von der Kulturstiftung Pro Argovia fĂŒr seine TĂ€tigkeiten einen Preis von Fr. 3000.-. Die entsprechende Urkunde hĂ€ngt beim Eingang des Museums. Mit dieser Preissumme und einer weiteren Bettelaktion unter seinen Mitgliedern wurde der Grund wieder schuldenfrei.

1976 wurde in der Scheune der Familie Iten (heute Kafitassli) ein zentrales Depot errichtet. Die an verschiedenen Orten gelagerten GegenstĂ€nde konnten nun etwas geordneter eingereiht werden. Im folgenden Jahr putzte und katalogisierte der Student Oliver Morach in monatelanger Arbeit die ĂŒber 2000 Objekte.

Stiftung Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Im Jahr 1982 wurde das Museum in eine Stiftung der Gemeinde ĂŒberfĂŒhrt, d.h. der Gemeinderat hat die Oberaufsicht und ist in der neu geschaffenen Museumskommission vertreten. Der Grund, heute KulturGRUND, stellt darin stets zwei Mitglieder. Als Mitgift erhielt die Stiftung Fr. 10’000 vom Grund.
Im Jahr 1993 erfolgt der Bau des Feuerwehrmagazins. Der Dachstock ĂŒber dem Feuerwehrmagazin wird von der Gemeinde dem Museum als Depot zur VerfĂŒgung gestellt.

Heisterausstellung

Am 12. Juni 1999 wurde die permanente Heister-Ausstellung im Untergeschoss des Heimatmuseums eröffnet.

Hier werden hauptsĂ€chlich die FundstĂŒcke gezeigt, die im Sommer 1996 von einer Arbeitsgemeinschaft der Naturhistorischen Museen von Aarau und Basel nach wissenschaftlichen Prinzipien ausgegraben wurden. 

Der Steinbruch im Heister war lange einfach Materialliferant fĂŒr die hiesigen RebmĂ€uerchen. Robert und Gottlieb Amsler waren die Betreiber und wandten sich mit ihren Fossilienfunden von Zeit zu Zeit an den Dorfarzt  Dr. Theodor Keller, der seinerseits Hans Hess beizog, der dann in diversen Veröffentlichungen von 1972 – 1987 die prĂ€chtig erhaltenen Echinodermenarten vorstellte bis eben eine geordnete Grabung stattfinden konnte. Grabung und Ausstaffierung des Ausstellungsraums erhielten UnterstĂŒtzung von der Gemeinde, von der  Werkstatt Schenkenbergertal (Schoggitaleraktion 1996), von Firmen und Privaten.

Die Heisterfunde sind weltweit einmalig. Die zarten Skelette von vielen  verschiedenen Seestern-, Seeigel- und Seelilienarten fossilisierten hier in grosser Zahl, auch etliche bisher unbekannte.

Emma Baumgartner

1999 stirbt Emma Baumgartner. Die langjĂ€hrige Besorgerin und FĂŒhrerin vermacht dem Museum Fr. 100’000. Dieses grosszĂŒgige Legat ermöglichte 2001 einen offenen Verbindungstrakt vom Museum zum Haus 81 als zusĂ€tzlichen Ausstellungsraum  fĂŒr grössere Objekte zu erstellen und den Vorplatz mit einer Store zu versehen.

KulturgĂŒterschutz

Seit 2005 ist der Zivilschutz (Abt. KulturgĂŒter) daran alle GegenstĂ€nde auf dem Computer und fotografisch zu erfassen. 

Bestand heute: 3413 GegenstÀnde, davon 3099 fotografiert.

MĂŒhlchen und PflĂŒgchen

Die kleinen ganz gross im Heimatmuseum Schinznach-Dorf  am 4. und 5. Juni 2011

Da das kleine Heimatmuseum Schinznach-Dorf wenige Schritte von der grossen MĂŒhle liegt, möchte es auch seinen Beitrag zum schweizweiten MĂŒhletag am 4. Juni leisten.  Ausnahmsweise hĂ€lt es also an einem Samstag seine Pforten offen, damit die MĂŒhlebesucher auch das Modell der Veltheimer ÖlmĂŒhle von  Willy Hartmann in Betrieb sehen können. Hier entspricht jede kleinste Einzelheit dem Original, das auch im Museum wasserbetrieben wird und voll funktionstĂŒchtig ist.

Am darauffolgenden Sonntag, dem 5. Juni, schliesst sich dann schon der ‚offizielle’  Öffnungstag an. Ein Fachmann fĂŒr landwirtschaftliche Maschinen wird uns besuchen und uns die Besonderheiten der FĂŒlle der ausgestellten Modelle von PflĂŒgen, Eggen, Sortier- und SĂ€maschinen erklĂ€ren. Sie alle stammen aus der landwirtschaftlichen Schule Brugg und wurden vor der Zeit der Hellraumprojektoren oder gar Beamer als Demonstrationsobjekte benutzt. Auch hier ist jedes Detail sorgfĂ€ltigst gearbeitet und betriebsbereit. Der Fachmann auf Besuch aber ist Paul MĂŒri persönlich, in Schinznach an der Bözeneggstrasse aufgewachsen und, nach dem Agronomiestudium an der ETH, Lehrer an der landwirtschaftlichen Schule Liebegg. Sein Spezialfach sind Landwirtschaftsmaschinen und deren effizienter Einsatz – ein spannender Sonntagnachmittag kĂŒndet sich also an.

Die Spezial-Ausstellung zum 50 – Jahre – JubilĂ€um und der Film zum Dorf und seinen Bewohnern von einst von Emil Hartmann ist noch zu sehen, ebenso die wunderschön gearbeiteten GegenstĂ€nde  aus dem Rebbau, der Beitrag zur Traubensaftproduktion im Dorf, besonders lustig verzierte Kacheln und Ziegel und natĂŒrlich die weltweit einzigartige Sammlung fossiler StachelhĂ€uter vom hiesigen Heistersteinbruch.

Eben erst gesammelt und schon ausgestellt…

Heimatmuseum Schinznach-Dorf bietet Spannendes

So schnell sind die fĂŒnfzig Jahre zwar doch wieder nicht vergangen, doch anlĂ€sslich des 50-Jahre-JubilĂ€ums erscheint das Museum frisch herausgeputzt. Einige der ursprĂŒnglich zur Eröffnung am 27. Mai 1961 bereits vorhandenen GegenstĂ€nde sind ausgestellt, andere wurden dem Museum ĂŒber Jahre hinweg zugetragen und prĂ€sentieren sich nun ebenfalls im wunderhĂŒbschen Spycher – selber ein MuseumsstĂŒck aus dem Jahre 1647.

SelbstverstĂ€ndlich kann bei einem Besuch auch ein Blick ins Depot oberhalb des benachbarten Feuerwehrmagazins gewagt werden, dort lagern – allerdings gedrĂ€ngt – weitere SchĂ€tze.

Eine dort vollstĂ€ndig aufgestellte Schuhmacherwerkstatt mit allen NĂ€gelchen und HĂ€mmerchen entzĂŒckt Erwachsene wie Kinder. Ebenfalls fĂŒr Kinder ĂŒbersichtlich sind die Modelle der Landwirtschaftsmaschinen – PflĂŒge, Eggen und SĂ€maschinen, einstmals LehrstĂŒcke an der Landwirtschaftlichen Schule Brugg. EntzĂŒcken dĂŒrfte das Modell der ÖlmĂŒhle Veltheim hervorrufen: alles bewegt sich angetrieben vom MĂŒhlrad, das sich selbst im Museum mit dem Wasser dreht. Viele farbige Etiketten gibt es in der Traubensaftausstellung zu bewundern. Die Zinnsoldaten in Schlachtformation begeistern wohl wieder eher die Erwachsenen. Die Bilder auf den ausgestellten Ofenkacheln betrachten Jung und Alt gerne oder vertiefen sich gar in die Formen und Symmetrien der fossilen StachelhĂ€uter aus der weltweit einmaligen Heistersammlung.

Die MuseumsgrĂŒndung prĂ€sentiert sich gut dokumentiert – und hier schliesst sich nun ein kleiner Wettbewerb an, dessen Gewinner mit einem Produkt aus dem Tal belohnt werden soll: in der Dokumentation sind GegenstĂ€nde abgebildet, die auch in der aktuellen Ausstellung ihren Platz gefunden haben. Finden Sie sie, schreiben Sie sie auf – alles liegt im Museum bereit – und das Los ermittelt den glĂŒcklichen Gewinner.

MĂ€rchenwelt im Heimatmuseum

Otto Moser zeigt seine FundstĂŒcke in Schinznach-Dorf

BerĂŒhmt ist das Heimatmuseum in Schinznach-Dorf eigentlich fĂŒr seine uralten fossilen FundstĂŒcke, doch am nĂ€chsten Museums-Sonntag, am 7. August 2011, prĂ€sentieren sich auch ganz rezente.

Otto Moser (90) aus Thalheim stellt in einer einmaligen Spezialausstellung seine Kostbarkeiten aus Holz und Sandstein aus – FundstĂŒcke eben, die er mit KĂŒnstlerblick am Aare- und Reussufer entdeckt und heimgetragen hat. Eine MĂ€rchenwelt aus lauter Pflanzen- Tier- und Menschengestalten entfaltet sich vor unseren Augen, alles vom Wasser geformtes Holz und geschliffener Stein. Manche Gestalt zeigt sich erst nach lĂ€ngerem Betrachten, bei anderen hat Otto Moser «Sehhilfe» geleistet durch EinfĂŒgen eines Auges. Er wird zudem persönlich anwesend sein und so manche Geschichte zu seinen FundstĂŒcken zum Besten geben können: «ChlĂ€bregi HĂ€nd» habe er halt gehabt, so manches hĂ€tte er in seinem vagabundierenden Leben einfach sammeln mĂŒssen.

Diese Spezialausstellung wird nur diesen Sonntagnachmittag lang die bestehenden Ausstellungen um das 50-Jahre- JubilÀum des Museums, die Traubensaftproduktion im Schenkenbergertal, die Rebbau-Ausstellung, «Licht und WÀrme» und die fossilen StachelhÀuter vom Heister ergÀnzen.

Auch die Mittlere MĂŒhle ist offen
Das Heimatmuseum ist offen jeweils am ersten Sonntag vom Monat von 14 bis 17 Uhr, und diesmal auch zusammen mit dem MĂŒhlemuseum, dessen MĂŒhlrĂ€der und Mahlwerk ein paar Schritte weiter östlich rattern. Mit Plakaten, Merktafeln und einer Diashow wird die Funktion der MĂŒhle erklĂ€rt. Emmer und Einkorn wird an diesem Tag geschrotet zur Herstellung eines Spezialbiers. Erika Amsler, JĂŒrgen Hoffmann und Urs Obrist teilen sich die FĂŒhrungen, sie kennen jedes Details und jeden Ablauf und freuen sich ebenfalls auf Besucher.

Moschten und Mahlen in Schinznach-Dorf

Doppelmuseumstag am Sonntag, 2. Oktober 2011 von 14 bis 17 Uhr

Ein lauschiges Weglein verbindet die Mittlere MĂŒhle mit dem Heimatmuseum, durchaus einen kleinen Herbstspaziergang wert.

In der Mittleren MĂŒhle wird dieses Jahr nochmals geschrotet und die Museums-MĂŒllerin samt ihren MĂŒllern stehen bereit, um Red und Antwort zu stehen mit allerhand multimedialer UnterstĂŒtzung. Das MĂŒhlrad wird sich ein letztes Mal in diesem Jahr drehen, angetrieben vom Warmbach, der eben der herbstlichen AbkĂŒhlung trotzt.

Zinnsoldaten-ErlÀuerungen

Im Heimatmuseum hingegen herrscht Handbetrieb, das Rad der alten Obstpresse dreht sich mit körperlichem Krafteinsatz. Jung und Alt sind zum Drehtest eingeladen oder auch nur das Resultat zu geniessen in Form eines Glas frischgepressten Mostes. Zum Aufsaugen stehen Speck und Brot bereit. GestĂ€rkt lĂ€sst sich nun den AusfĂŒhrungen vom Zinnsoldatenexperten Peter MĂ€der folgen. Als Spezialist vom Landesmuseum wird er endlich die Schlachtordnung im «Teutoburger Walde» und weiterer Tablaux aus der Sammlung des ehemaligen Bezirkslehrers Eduard Gerber in die korrekte Aufstellung bringen und erklĂ€ren können.

Die Ausstellung zum das 50-Jahr- JubilĂ€um des Heimatmuseums neigt sich dem Ende zu, noch wartet ein kleiner Wettbewerb auf den glĂŒcklichen Gewinner, der sich allerdings in allen RĂ€umen wird umsehen mĂŒssen: Landwirtschaftsmaschinen in Originalgrösse und in Miniaturform wĂ€ren zu inspizieren, die Ausstellung zum Rebbau ‚Licht und WĂ€rme’, das Kellergewölbe mit den fossilen StachelhĂ€utern aus dem Heistersteinbruch und die Galerie mit GefĂ€ngnistĂŒre und Bilderschmuck aus der Kirche. Ruhigere Unterhaltung bietet hingegen der Film von Emil Hartmann ĂŒber das frĂŒhere Dorfgeschehen, kompetent kommentiert von ihm selbst und dem Gemeindeschreiber Hansruedi Gysi.