Dorothee Rothenbach

Reinhard Vogts letzter «HĂŒtedienst»

Saisonabschluss im Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Am ersten Novembersonntag, dem 6. November 2011, ist das Heimatmuseum Schinznach-Dorf zum letzten Mal im 2011 geöffnet. Und ebenfalls zum letzten Mal wird Reinhard Vogt von 14 bis 17 Uhr zum Saisonabschluss «Museumsdienst» haben.

Als Mitglied des Stiftungsrates vertrat das Schinznacher Urgestein den Kulturgrund seit Jahren im Heimatmuseum und stellte hier sein breit gefĂ€chertes Wissen den Besucherinnen und Besucher, aber auch den ausstellunsgestaltenden Stiftungsratsmitgliedern zur VerfĂŒgung. Nun will der bald 84-JĂ€hrige etwas kĂŒrzer treten. Das wird allgemein bedauert, denn kaum einer weiss wie er so viel ĂŒber GegenstĂ€nde im Museum, ĂŒber GeschichtsablĂ€ufe und Personen.

Aktiver «Winterschlaf»
Im Museum können am Sonntag quasi als Einstimmung zur Winterzeit die schöne WeinglĂ€sersammlung, die Lampen und Ofenkacheln besichtigt werden. Fluchtgedanken an ein vor 165 Millionen Jahren hier exisitieren- des, warmes Jurameer lassen sich in der einmaligen Heister-Ausstellung hegen. Und wer Interesse hat, im Depot GegenstĂ€nde aus dem Winterschlaf zu wecken, der melde sich bei der Museumsleitern Dorothee Rothenbach. In diesem aktiven «Winterschlaf» werden ĂŒbrigens wieder Zivildienstleistende mit der Archivierung der BestĂ€nde des Museums fortfahren.

Sicher ist, dass am ersten Sonntag im Mai, am 6. Mai 2012 also, die neue Saison beginnt. Im Mittelpunkt dĂŒrfte das Thema «150 Jahre Apotheke Schinznach-Dorf» stehen. Nach wie vor ist das Museum interessiert an «gegenstĂ€nden und Geschichten« ĂŒber das Schenkenbergertal. Wer etwas hat oder weiss, meldet sich bei der Museumsleitung.

Die Geister aus den Flaschen, FlÀschchen, Tigelchen und Töpfchen

 150 Jahre Apotheke Schinznach-Dorf im Heimatmuseum ab 6. Mai 2012

Sie steigen auf, die Geister, samt vielen Erinnerungen, die sich um die Apotheke Schinznach-Dorf ranken. In einer Spezialausstellung sind aus Anlass ihres 150-jĂ€hrigen Bestehens wunderschöne und wunderliche GegenstĂ€nde und Dokumente aus dem Fundus der Apotheke ausgestellt, ergĂ€nzt durch KuriositĂ€ten aus dem Museumsdepot. Besonders prĂ€chtig sind die mundgeblasenen Extraktions- und Destillierapparate, deren Funktion  auch demonstriert werden wird. Bereits schon zur Eröffnung am Sonntag, 6. Mai wird Martina Sigg, die heutige Apothekeninhaberin, fachgerecht den ‚Perkolator‘ in Betrieb nehmen. Das hohe, schmucke GlasgefĂ€ss wird mit einem Lösungsmittel (meist Wasser oder Alkohol) und einer KrĂ€uterauswahl bestĂŒckt, deren Essenz am Ende aus einem HĂ€hnchen tröpfelt – und gleich verkostet werden kann. Der Perkolator wird noch öfters zum Zuge kommen. Weitere praktische Anwendungen sind ebenfalls auf dem Programm: vor den Sommerferien sind dann z.B. die Kinder am Zuge mit der Suppositorienfabrikation – angenehmerweise aus Schoggi. Im September wird Martina Sigg ĂŒber die HeilkrĂ€fte einzelner Pflanzenteile der Rebe aufgeklĂ€ren. Im November wird dann aufgerĂ€umt, ein FlĂ€schchenverkauf soll die Weihnachtsgeschenksideen beflĂŒgeln und der Erlös einem guten Zweck zukommen.

Nicht zu kurz kommen wird im Jahresablauf das zur Tradition gewordene Mosten im Oktober, und ĂŒbers ganze Jahr bleiben auch die stĂ€ndigen Ausstellungen ĂŒber den Schinznacher Weinbau und die berĂŒhmten StachelhĂ€uter-Fossilien aus dem Heister erhalten. Ausruhen und sitzen darf man dann beim Film ĂŒbers Dorfleben von Emil Hartmann und Hansruedi Gysi.

«Vom einfachen Mannli bis zum verwöhnten Kurgast…»

Besonderes im Museum Schinznach-Dorf

«Vom einfachen Mannli vom Schenkenberg bis zum verwöhnten Kurgast beanspruchen alle ihre Dienste»: So steht es im Avis zum 100-Jahr-JubilĂ€um der Apotheke Schinznach-Dorf. Jene Dienste werden unterdessen bereits seit 150 Jahren in Anspruch genommen und im Heimatmuseum mit einer Spezialausstellung gewĂŒrdigt.

Viele AusstellungsgegenstĂ€nde sind Leihgaben von Elisabeth MĂŒller und Martina Sigg, andere stammen aus den BestĂ€nden des Museums. Bei der Betrachtung all der ausgestellten Salbentöpfe, Mörser, Pillen- und ZĂ€pfchenfabrikationsgerĂ€te, Destillationsapparaten aus mundgeblasenem Glas – all der auch handwerklich verblĂŒffenden Konstruktionen – beschleicht einem doch das GefĂŒhl, dass auch das Gesundheitswesen etwas modeabhĂ€ngig sein könnte. Wohl kaum sieht man im heutigen Haushalt noch raffinierte Inhalationsapparate, Schröpfkugeln oder dreistufige WĂ€rmelampen in Bogenform. Beeindruckend auch, wie man sich im Falle eines Beinbruchs ĂŒber die Runden half oder sich gar liegend auf dem entsprechenden Bahrenmodell vorfand. Schon beinahe prunkvoll wirkt dagegen der Korb-Rollstuhl. Wunderschön prĂ€sentiert sich auch die alte Apothekerwaage, die zum Abmessen der Ingredienzien diente, wie sie auf den 19 handgeschriebenen Rezepturzetteln von Apotheker Moritz MĂŒller(1950 bis 1987) vermerkt sind.

Martina Sigg und Elisabeth MĂŒller: 59 Jahre Apotheke Schinznach im GesprĂ€ch

Rebensaft und Fossilien
Das einfache Mannli und der verwöhnte Kurgast waren sicher auch dem Rebensaft vom Schenkenberg nicht abhold und hÀtten ihre helle Freude an der permanenten Ausstellung zum Rebbau gehabt oder hÀtten sich an die StachelhÀuterfossilien vom Heistersteinbruch erinnert, die nun im Kellergewölbe des Museums versammelt sind.

Am Sonntag, 3. Juni, ist das Heimatmuseum hinter dem Gemeindehaus von Schinznach- Dorf von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ueli Hinden wird fĂŒhren und so manche Apparatur in Betrieb setzen.

SchoggizÀpfchen giessen im Museum

VorferienaktivitÀten im Heimatmuseum Schinznach-Dorf 

Was der Apotheker so alles im Handgelenk haben muss, nebst seinem grossen Arzneimittelwissen, wird in der Spezialausstellung 2012 im Heimatmuseum Schinznach-Dorf anschaulich dargestellt: wÀgen, mischen, mahlen, destillieren, perkolieren, pillendrehen und eben auch ZÀpfchen giessen. Am 1. Juli 2012 kann dann auch das junge Publikum mitmischen.

Die Suche im Fundus der Schinznacher Apotheke und des Museums haben die eigenartigsten GerĂ€tschaften zutage gefördert, um all die erwĂ€hnten VorgĂ€nge effizient zu bewĂ€ltigen. AnlĂ€sslich des 150jĂ€hrigen Bestehens der hiesigen Apotheke sind sie zum Betrachten, Staunen und BerĂŒhren versammelt: es dampft der Destillierapparat, es rattert die Salbenpresse, es tröpfelt der Perkolator und verströmt einen Baldriangeruch, der jede Katze in VerzĂŒckung geraten lassen wĂŒrde.

Dem VergnĂŒgen junger Menschen dienen und einen sĂŒssen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Ferien geben, soll das Programm vom Sonntag, 1. Juli 2012 14:00 bis 17:00 im Heimatmuseum. Dann kommen die ZĂ€pfchengiessapparate zum Einsatz. Die Beliebtheit des Suppositorieneinsatzes bei Krankheit folgt zwar einem SĂŒd/ NordgefĂ€lle, die Handhabung der ZĂ€pfchengiessmaschinchen ist aber fĂŒr alle interessant. Diesmal kommt als Giessmasse nicht das gelĂ€ufige Hartfett als TrĂ€gersubstanz zum Einsatz sondern Kakaobutter und statt der beigemischten Arzneimittel die weiteren Bestandteilen der Kakaopflanze. Kurz, Kinder und Jugendliche sind herzlich eingeladen unter der kundigen Leitung der Apothekerin Martina Sigg  SchoggizĂ€pfchen zu giessen. 

Die erwachsenen Begleiter haben unterdessen Gelegenheit, sich weiter in der Apothekenausstellung umzusehen, sich in die Rebbauabteilung zu vertiefen oder sich in Gesellschaft der fossilisierten StachelhÀuter vorferienhalber das lauwarme Meer vor 160 Millionen Jahren in der Heistergegend vorzustellen.

Seelilien, Seesterne, Seegurken, Seeigel und Schlangensterne

Der verborgene Schatz im Gewölbe des Heimatmuseums Schinznach-Dorf

Das lauwarme Flachmeer, das sich vor 165 Millionen Jahren hier in der Gegend befand, hat sie uns zurĂŒckgelassen, all die Seegeschöpfe. Oder zumindest die fossilisierten und perfekt erhaltenen Skelette von Seelilien, Seesternen, Seegurken, Seeigel und Schlangensterne, die man im Heimatmuseum Schinznach-Dorf besichtigen kann.

Alle fĂŒnf gehören zum Stamm der StachelhĂ€uter, auch deren moderne Vertreter pieksen bekanntlich beachtlich – so mancher Ferienheimkehrer wird sich ein diesbezĂŒgliches Souvenir aus dem Meer mitgebracht haben. Gerade der Seeigel hat, und hat- te auch damals, wunderbare Stacheln, die einzeln einem Gelenkköpflein aufsitzen und mittels feinster Muskelfasern in alle Richtungen bewegt werden können. Die Fortbewegung findet allerdings sozusagen zwischen den Stacheln statt. Durch feinste Löchlein im Skelett stĂŒlpen sich hydraulisch hunderte hĂ€utige FĂŒsschen, die sich abwechslungsweise am Untergrund festsaugen und so den Seeigel oder auch den Seestern oder die Seegurke vorwĂ€rtsbewegen. Diese FĂŒsschen sind nicht mehr erhalten und selten sind es die Stacheln. Aber auch fĂŒr das eigentliche Skelett braucht es die besonderen UmstĂ€nde, wie sie in der Gegend des Schinznacher Heistersteinbruchs eingetreten sind. Ganze Gesellschaften aller fĂŒnf StachelhĂ€uterklassen wurden offensichtlich sanft vom Lehm zugedeckt und all die kalkigen EinzelplĂ€ttchen fossilisierten und wurden so konserviert, dass die Form des ganzen Tiers erhalten blieb. Tiere sind sie nĂ€mlich alle, trotz der irrefĂŒhrenden Namensgebung – und der eigentĂŒmlichen, blumenĂ€hnlichen, fĂŒnfstrahligen Radialsymmetrie im Skelettaufbau. Entsprechend ornamental und geheimnisvoll wirken die AusstellungsgegenstĂ€nde im Gewölbekeller des Museums – auf der ganzen Welt ruht sonst nirgendwo der Ausgrabungsschatz der Fossilien aller fĂŒnf StachelhĂ€uterklassen, so wohlerhalten und aus einer einzigen AusgrabungsstĂ€tte. Einige Arten wurden ĂŒberhaupt erst hier entdeckt – doch alle sind sie unterdessen abgelöst worden durch neue, wenn auch Ă€hnliche Formen.

Diese Ausstellung gehört, wie auch diejenige zum Rebbau und zu «Licht und WĂ€rme», zum Grundstock des kleinen Museums, begleitet werden sie von Wechselausstellungen. Diese Saison ist die Spezialausstellung dem 150-Jahre JubilĂ€um der Apotheke Schinznach-Dorf gewidmet mit einer FĂŒlle von Apothekerutensilien und Reminiszenzen aus frĂŒheren Apothekertagen. Offen ist das Heimatmuseum Schinznach-Dorf jeweils am ersten Sonntag im Monat. Das nĂ€chste Mal also am kommenden Sonntag 5. August 2012, 14 bis 17 Uhr.

AbwÀgen

Die Museen von Schinznach öffnen TĂŒren und Tore

SorgfĂ€ltig abzuwĂ€gen zwischen Heimatmuseum, MĂŒhle und Apotheke gilt es das Dreifachprogramm am Sonntag, 2. September, in Schinznach-Dorf. Der krönende Abschluss findet um 16.30 Uhr im Heimatmuseum statt mit dem Vortrag der hiesigen Apothekerin Dr. Martina Sigg zum Thema «Der Rebstock als GesundheitstrĂ€ger». Er bildet den Höhepunkt der Ausstellung zum 150- Jahre JubilĂ€um der Apotheke. Martina Sigg wird das Potenzial der Rebe vom Stock ĂŒber die BlĂ€tter zur Traube schildern. Auch eine willkommene Abwechslung fĂŒr die MĂŒhlebesucher.

Im Heimatmuseum gibt es zwischen 14 und 17 Uhr die Spezialausstellung zu bewundern mit all ihren Apothekenutensilien aus vergangenen Zeiten. Diese zeugen von grosser handwerklicher Sorgfalt in der Verarbeitung von Glas, Metall und Holz und wirken fĂŒr sich selbst wie Kunstwerke.

Umso interessanter ist es, sie in Betrieb zu sehen: Es rattert die Salbenmaschine, es dampft der Destillator, es tröpfelt der riesige Perkolator – er extrahiert gerade Baldrian und gibt diese Duftnote ans ganze Museum weiter. Ein ErinnerungsflĂ€schchen Baldrianextrakt steht als Bhaltis fĂŒr den Besucher bereit, bevor dieser sich den weiteren Ausstellungsobjekten zuwendet, dem Verenakrug, dem eleganten Korbrollstuhl, der heilenden Bogenlampe oder sich ĂŒberhaupt in die geschichtlichen Dokumente vertieft.

Ein Überblick ĂŒber alte Medikamente, wie sie die Pharmafirmen als MĂŒster- chen verschickten, prĂ€sentiert sich in einer Vitrine. Die Rezeptzettel fĂŒr die hausgemachten Arzneien des frĂŒheren Apothekers Dr. Moritz MĂŒller winken von der Pinwand. Wirklich alte Ingredienzien aus dem Fundus der Apotheke sind um die prĂ€chtige alte Apothekerwaage drapiert.

Diese ist eine temporĂ€re Leihgabe von Elisabeth MĂŒller und wird wie auch die MedizinalbĂŒcher, die daneben aufliegen, an ihre Besitzer zurĂŒckerstattet. So prĂ€sentiert das Heimatmuseum gerne private SchĂ€tze fĂŒr die Besitzer im Zusammenhang mit einer Spezialausstellung.

Zeitgleich mit dem Heimatmuseum öffnet die Mittlere MĂŒhle ihr Tor. Um die restaurierte SteinmĂŒhle mit Wasserrad sind spannende AktivitĂ€ten im Gange. Die MĂŒhleexperten nehmen den Plansichter des Walzenstuhls grĂŒndlich auseinander und erklĂ€ren seine Funktion.

Beide Museen und die Apotheke verbindet ein lauschiges Spazierweglein, so dass der Nachmittag vor dem Vortrag gut genutzt werden kann. Dieser wird, dem Rebstock-Thema entsprechend, mit einem kleinen Apéro abgerundet.

Mosten und gleich verkosten

Herbstliches und Historisches unter einem Dach

Am ersten Oktobersonntag findet traditionellerweise das Mosten im Heimatmuseum Schinznach-Dorf statt. Die Mostpresse wird aus dem Depot geholt, frisch gebadet und in Funktion versetzt am 6. Oktober 2012 von 14 bis 17 Uhr.

Harassenweise Äpfel verschiedenster Sorten warten auf ihre Verwendung und können natĂŒrlich gleich auch im Urzustand bestimmt und getestet werden. Doch wunderbar munden sie eben gepresst als frischer Most, mit etwas Brot und Speck unterlegt.

Dazu lĂ€sst man sich gemĂŒtlich nieder im Innenhof des Museums unter dem sich verfĂ€rbenden Holunderbaum. Die Jugend wird unterdessen versuchen, das Rad der Mostpresse in Gang zu setzen, die Äpfel zu raspeln und dann die Presse zu senken, bis der goldene Saft wieder quillt.

Salbentöpfe und Glasutensilien
GestĂ€rkt lĂ€sst sich gut ein zweitletzter Blick auf die 150 Jahre ApothekenjubiĂ€ums-Ausstellung werfen. Die alte Kasse empfĂ€ngt den Besucher am Eingang des Museums, die ursprĂŒngliche grosse Apothekerwaage regt geradezu zum Philosophieren ĂŒber Gleichgewichte an, der Verenakrug prĂ€sentiert sich in Gesellschaft prĂ€chtiger Salbentöpfe. Die mundgeblasene Glasutensilien erregen Staunen nicht nur ĂŒber die ausgeklĂŒgelten Systeme sondern auch ĂŒber die damit verbundene spezielle

Ästhetik wie auch all die anderen Instrumente, die das WĂ€gen, Mischen, Mahlen, Destillieren, Perkolieren, Pillen- drehen in der Apotheke einst erst möglich machten. Diese Spezialausstellung wird der nĂ€chstjĂ€hrigen im kleinen Museum den Platz ĂŒberlassen mĂŒssen.

Jetzt aktuell: Rebbauzubehör
Als Dauerausstellung ist das Rebbauzubehör installiert mit besonders schönen TrinkglĂ€sern – im Herbst ein naheliegendes Thema. Auch die Ausstellungsobjekte in «Licht und WĂ€rme» werden wohl bald wieder aktuell, die Tage werden schon kĂŒrzer – die fossilen StachelhĂ€uter allerdings, in der Ausstellung aus dem hiesigen Heistersteinbruch, hĂ€tten die bevorstehende Winterwende schon etwa 165 millionenmal hinter sich und prĂ€sentieren sich trotzdem wunderbar erhalten.

Gute Geister fĂŒr viele FlĂ€schchen

Im Heimatmuseum Schinznach-Dorf findet am Sonntag 4. November 2012 zwischen 14:00 und 17:00 zum Ende der Saison und damit zum Abschluss  der Spezialausstellung des 150-Jahre-JubilÀums der hiesigen Apotheke ein FlÀschchenverkauf statt.

Im MĂŒhlemuseum wird gleichzeitig ‚live‘ gemahlen.

Bis jetzt durften die Museumsbesucher jeweils eine duftende Erinnerung an den Baldrianextrakt liefernden Perkolator in einem FlĂ€schchen mit nachhause tragen. Der Baldriangeist tut seine guten Dienste bei Schlaflosigkeit und trĂ€gt sicher zur Beruhigung der bevorstehenden vorweihnĂ€chtlichen Turbulenzen bei. Doch auch leere ApothekerflĂ€schchen können durchaus Euphorien hervorrufen  – so viele Formen und Farben sind in diesen  Glaskunstwerklein vereint. Zum reinen VergnĂŒgen des Betrachters oder als Beitrag zum Bazar der Geschenksideen  bringen Martina Sigg und Elmar Sutter ihre SchĂ€tze,  die sich ĂŒber die Apothekergenerationen in den Kellergewölben angesammelt hatten, herĂŒber zum Verkauf ins Museum – wo dann auch der Erlös verbleiben wĂŒrde. 

Das ApothekenjubilĂ€um geht also dem Ende zu. Bald werden all die faszinierenden Apothekenutensilien – vom grossen, grĂŒnen Apothekenkreuz bis zur kleinen Ampulle, von den flatternden Rezepturzetteln bis zur raffinierten Bogenlampe –  wieder verpackt und eingelagert werden. NĂ€chstes Jahr sind die beiden RĂ€ume fĂŒr eine neue Ausstellung bereit.  Dazu  werden gerne wieder Anmeldungen entgegengenommen, die GegenstĂ€nden betreffen, die von alten Zeiten und GebrĂ€uchen erzĂ€hlen und vielleicht jetzt noch in SchrĂ€nken und  Schubladen, Kammern und Kellern irgendwo  im Schenkenbergertal ein verstecktes Dasein fristen. Die Ausstellung der StachelhĂ€uter-Versteinerungen wird allerdings fester Bestandteil des Museums bleiben. Die Seeigel-, Seestern-, Seegurken- und Seelilienfossilien sind ja auch schon seit 165 Millionen Jahren in der Gegend. Erst einige Jahrhunderte ist der Rebbau  im Tal angesiedelt, wie die Rebbau-Exponate zeigen. Weiter bezeugen Kacheln, Ziegel und Lampen den gekonnten Umgang unserer Vorfahren mit der jetzt wieder bevorstehenden kalten und dunkeln Jahreszeit. Der Film ĂŒber das Dorfgeschehen von Hanspeter Gysi und Emil Hartmann hingegen ist erheiternd aber auch instruktiv und entwickelt sich zum Dauerbrenner. Im Depot nebenan wartet inmitten all der Aufbewahrungsgestelle eine fertig eingerichtete Schusterwerkstatt auf Besucher. Neben dem  Museumshof dann fĂŒhren ein paar Stufen auf eine Galerie, die den alten gemalten Kirchenfries und das ChorgestĂŒhl beherbergen. Dazu gehört das ehemalige Tor zum Kirchturm und wie im Original befindet sich die oft gelöcherte und vielfach geflickte GefĂ€ngnistĂŒre gleich nebenan.

Darum herum wird also noch ein letztes Mal perkoliert, Pillen gedreht, destilliert und auch gewogen, gemischt und gemahlen.WĂ€gen, mischen und mahlen tun gleichzeitig an diesem Sonntag und ganz in der NĂ€he auch die ‚MĂŒller‘ im MĂŒhlemuseum, das in der spĂ€tgotischen Mittleren MĂŒhle untergebracht ist. Das Heimatmuseum seinerseits ist in einem Doppelspeicher aus dem Jahre 1647 installiert – ein kurzer Spazierweg verbindet

Von der Wiege bis zur Bahre…

Heimatmuseum Schinznach-Dorf mit «heben, tragen, ziehen, schieben»

PĂŒnktlich mit dem FrĂŒhling öffnet das Heimatmuseum seine 366 Jahre alten Tore und heisst die modernen Besucher willkommen einzutauchen ins Kulturgut vergangener Tage. Dieses Jahr eröffnet Rosmarie Gebhard am 5. Mai die Saison 2013 mit dem Thema «heben, tragen, ziehen, schieben».

Zwei permanente Ausstellungen haben Feld und Haus im Schenkenbergertal zum Thema. Eine befasst sich mit dem Weinanbaugebiet und dem Rebbau, die andere mit Erzeugung und Erhaltung von Licht und WĂ€rme. Die dritte permanente Ausstellung aber geht viel weiter zurĂŒck ins lauwarme Meer vor 165 Millionen Jahren und prĂ€sentiert fossile StachelhĂ€uter, die im Heistersteinbruch entdeckt wurden. Alle fĂŒnf StachelhĂ€uterklassen kommen hier gemeinsam in wohlerhaltenen Exemplaren und etlichen Erstfunden vor – auf der ganzen Welt ist bis jetzt keine Ă€hnliche Fundstelle bekannt.

Haushalten in frĂŒheren Zeiten…
ZusĂ€tzliche Sonderausstellungen bringen jedes Jahr andere Objekte aus dem Dunkeln des Museumsdepots ans Licht. Diesmal versammelt sich eine FĂŒlle von GegenstĂ€nden, Vorrichtungen und Instrumenten, die unseren Vorfahren das Leben buchstĂ€blich erleichtert haben, in bunter Folge zum Thema «heben, tragen, ziehen, schieben». Vom Hebammenkoffer bis zur Bahre sind sie sie vertreten. Unglaublich viel physische Unbill musste auch das zarte Geschlecht auf sich nehmen und tut es noch heute im Haushalt und in der Kindererziehung. Bestens Bescheid weiss hier Rosmarie Gebhard, ehemalige Dozentin auch fĂŒr die Geschichte der Hauswirtschaft an der FHNW und heute Mitarbeiterin des Museums Aargau. Sie wird am Eröffnungstag am Sonntag 5. Mai um 14:30 Inter- essantes und Erstaunliches ĂŒber den Umgang mit HaushaltgegenstĂ€nden in alten Zeiten zu erzĂ€hlen wissen.

Blick zurĂŒck auf Vereine
Ein weiteres Projekt soll die Vereine einer nach dem anderen zu Wort und Bild kommen lassen. Dieses Jahr prÀsentiert sich der Chor Schenkenbergertal mit seinen beiden «Eltern», dem MÀnnerchor Schinznach-Dorf und dem MÀnnerchor Oberflachs.

Mit Hebammenkoffer und HĂŒhnerkratten unterwegs

Heimatmuseum Schinznach-Dorf zeigt GeschichtstrÀchtiges, Faszinierendes

HĂ€tten Sie’s gewusst? FrĂŒher hatten die Knaben SchĂŒlertheks mit Seehundfell, die MĂ€dchen mussten sich mit rindsledernen Theks begnĂŒgen. Das und vieles mehr wird im Heimatmuseum Schinznach-Dorf unter dem Jahresmotto «heben, tragen, ziehen, schieben». gezeigt. Am Sonntag, 2. Juni 2013, 14-17 Uhr, sind diese Spezialausstellung, aber auch die einmalige Fossilienexposition, die Rebbau-Utensilien und als SonderprĂ€sentation die Geschichte der MĂ€nnerchöre Schinznach-Dorf und Oberflachs zu sehen.

Aus dem Fundus des Museums zaubern die Museumsleute jedes Jahr neue Preziosen hervor. Dieses Jahr sind es GegenstĂ€nde zum Themenkreis «heben, tragen, ziehen, schieben». Mit BrĂŒckenwagen ĂŒber Kinderwagen, Kinderschlitten, HĂŒhnerkörbe, Emaileimer bis zum Milchkesseli und vielem mehr haben sich auch unsere Vorfahren das Alltagsleben zu erleichtern gewusst – und eben auch mit den offensichtlich gezeichneten und mit vielen Erinnerungen verknĂŒpften SchĂŒlertheks.

Kratten zum Transport von GemĂŒse und Obst – und Kinderschlitten sind im Museum zu sehen.

Das Jugendfest naht.
Auch das SchĂŒlerdasein ist eben nicht immer einfach zu tragen – im eigentlichen und ĂŒbertragenen Sinn. Das Jugendfest kompensiert da doch so manchen schweren Tag und findet wie alle vier Jahre Ende Juni statt in Schinznach-Dorf. Als Vorbereitung lĂ€uft im Museum ein Film von Emil Hartmann mit vier verflossenen JugendfestumzĂŒgen. Vieles und viele und gar sich selbst gilt es hier zu entdecken.

GegenstÀnde des tÀglichen Gebrauchs
An der am ersten Maisonntag durch- gefĂŒhrten Vernissage referiert Ros- marie Gebhard zum Thema «Haus- halten in frĂŒheren Zeiten». Was es da fĂŒr die Hausfrau alles zu heben, tragen, ziehen und schieben gab, schilderte sie eindrĂŒcklich. Die Rolle der Hausfrau und Mutter, des so genannten schwachen Geschlechts, war stets eine starke. «Ist Not am Manne – springen Frauen ein», bemerkte Rosmarie Gebhard. Der Wert dieser Hausarbeit samt Aufzucht des Nachwuchses beziffert sich heute auf mehrere Milliarden Franken – und wird gerne unter den Tisch gewischt. DafĂŒr gab es schon vor 150 Jahren wohlmeinende Ratgeber- BĂŒcher, entweder von Pfarrern, Schulmeistern oder gut situierten Frauen. «Das Hauswesen» oder «Das fleissige HausmĂŒtterchen» sind Beispiele dafĂŒr. FĂŒr die moderne Frau grenzen besonders die mit der Hausarbeit verbundenen moralischen Implikationen an eine Zumutung. Nach den AusfĂŒhrungen von Rosmarie Gebhard wurden die MuseumsgegenstĂ€nde auf alle FĂ€lle mit anderen Augen betrachtet.

Die SchÀtze des Museums Schinznach- Dorf sind am Sonntag, 2. Juni 2013 von 14 bis 17 Uhr öffentlich zugÀnglich.