Dorothee Rothenbach

Schlitten, Leiterwagen und so fort…

Die Jugend im alten Heimatmuseum Schinznach–Dorf

Das hiesige Jugendfest als seltenes Ereignis – es findet nur alle 4 Jahre statt und ist bereits wieder Vergangenheit – und die Jugendfeste ringsherum geben zu Gedanken Anlass, wie das Leben wohl für Jugendlichen in früheren Zeiten gewesen sein mag.

Filme von früheren Jugendfesten mit Umzug durchs Dorf las- sen alte Zeiten wieder aufleben und so manches Zeugnis aus der diesjährigen Sonderausstellung «heben, tragen, ziehen, schieben» zeigt die schwereren und vergnügteren Seiten des Kindseins. Milchkesseli, Körbchen und Schülerthek gehören wohl eher zum Pflichtteil, Kinderwagen, Schlitten und Köfferchen zum Vergnügen – der Leiterwagen mit exklusiver Handbremse diente beidem. Der Hilfsmittel für die Erwachsenen sind allerdings noch vielfältiger: von der Schleikglocke über den Brückenwagen zu Hühnerkorb und Postwägeli findet sich so manches, das unser Leben früher begleitet und erleichtert hat.

Noch ein «Jugendlicher» hat einen Platz im Heimatmuseum dieses Jahr: der «Chor Schenkenbergertal» präsentiert sich mit seinen «Eltern», dem Männerchor Oberflachs und dem Männerchor Schinznach-Dorf. Auch so manches Gesangsmüsterchen ist zu hören – noch ab Band und am Museums-Sonntag 1. September dann «live».

Die Dauerausstellungen umfassen den Rebbau, «Licht und Wärme» und die Heisterfossilien – die 165 Millionen Jahre alten Stachelhäuter ergeben eine zusätzliche Perspektive zur heutigen Menschenjugend.

Das Heimatmuseum im alten Spycher beim Gemeindehaus Schinznach-Dorf öffnet jeden ersten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr; Museumsführung am Sonntag, 7. Juli durch Ernst Zimmermann.

Korn-Kreise der besonderen Art

Mühlemuseum und Heimatmuseum Schinznach-Dorf kombinieren ihren Ausstellungstag

Die aktuellen Themen ergänzen sich aufs Beste: Das Organisationsteam der Mühle zieht diesmal den Kreis ums Korn etwas weiter und bietet zusätzlich einen Film zur Anbauschlacht von Friedrich Traugott Wahlen um 1940 (siehe Regional vom 25. Juli, Seite 2). Im Heimatmuseum sind dazu die Hilfsmittel zu sehen, die die Feldarbeit zu dieser Zeit und bereits davor erleichtert haben: «Heben, Tragen, Ziehen, Schieben» heisst hier das Motto. Zu sehen am Sonntag, 4. August 2013, wenn beide Museen ihre Türen öffnen.

Natürlich sind in der Sonderausstellung des Heimatmuseums auch die kleineren und leichteren Utensilien zur Erleichterung des Lebens zu sehen – vom Hebammenköfferchen bis zur Tragbahre –, doch stehen diesmal die Wagen, Karren, Brenten und Bennen im Vordergrund. Und schon entbrennt die etymologische Diskussion um die Bezeichnung dieser Arbeitsgeräte und die Aussprache talauf und -ab und gar kantonsübergreifend, waren diese Hilfsmittel doch existentiell für unsere Vorfahren und daher im Wortschatz gut verankert. Allein als Ausstellungsobjekte überzeugen sie mit ihrer durchdachten Konstruktion und faszinierenden Handwerkskunst.

Links: Auch ein gut erhaltener Leiterwagen ist im Schinznacher Museum ausgestellt. Rechts: Verschiedene Brenten sind im Museum zu bewundern.

Vom Getreide zum Chorgesang
Die drei permanenten Ausstellungen sind dem Rebbau gewidmet, der Abteilung zu «Licht und Wärme» und der Fossilienkollektion aus dem hiesigen Heistersteinbruch, der weltweit einmaligen Sammlung versteinerter Stachelhäuter. Zusätzlich sind aber auch noch Jugendfestfilme in Betrieb und laden zum Sitzen und Ausruhen ein. Dann dringen immer wieder die Stimmen der Männerchöre Oberflachs und Schinznach-Dorf ans Besucherohr und locken in die Ausstellung zur Entstehung des Chores Schenkenbergertal. Ueli Hinden ist Mitglied, betreut das Museum an diesem Sonntag und weiss um so manche Hintergrundinformation.

Mosten, Mahlen, Mühlespielen

Sonntag, 6. Oktober 2013: Heimatmuseum und Mühle Schinznach-Dorf geöffnet

Am 6. Oktober 2013 ist wieder Museums-Sonntag in Schinznach-Dorf. Von 14 bis 17 Uhr wird das Heimatmuseum und die mittlere Mühle in Betrieb genommen. Die Heimatmuseumleute holen die alten Mostgeräte aus dem Depot und die Müller bringen grosse und kleine Mühlsteine ins Spiel.

Dass ein Dorf in Schinznacher Grösse überhaupt über zwei Museen verfügt, wäre schon die Reise wert – und nun winken an diesem Museumssonntag noch zusätzliche Aktivitäten für Jung und Alt. In der Mühle geht es hoch her mit der Erklärung der Mahlgänge. Aber nicht nur das Wasserrad klappert und die mächtigen Mühlsteine ächzen, es gibt da auch noch die kleinen Mühlsteine, die an diesem Tag zum Spielen bereit liegen. Das Mühlespiel oder «Nünistei» ist wohl so an die viertausend Jahre alt, verlangt Konzentration und Strategie und macht auch heute noch enorm Spass.

Speck, Brot und Most locken…
Um dann den Durst zu löschen, lockt der frisch gepresste Most, der ein paar Schritte weiter im stimmungsvollen Hof vom Heimatmuseum aus Äpfeln der Umgebung gewonnen wird. So manche Apfelsorten gibt es da zu testen, und auch hier können Kräfte beim eigenen Raffeln und Pressen der Früchte gemessen werden. Speck und Brot zum Most munden dann noch besser Im Innern des Museums aber, im Spycher aus dem Jahr 1647, sind viele grosse und kleine Gegenstände unter dem Motto «heben, tragen, ziehen, schieben» versammelt. Sie illustrieren eindrücklich, wie schon die Generationen vor uns versuchten, sich das Leben zu erleichtern: von der Wiege bis zur Bahre. Dann gewinnt die Ausstellung zum Rebbau gerade mit der Herbstzeit wieder an Aktualität. Noch ist auch die Ausstellung zu den «Ahnen» vom Chor Schenkenbergertal zu besichtigen. Sie wird bald der nächsten Vereinsausstellung Platz machen müssen.

Bestehen bleibt aber die einmalige Präsentation der Heisterfossilien. Die Seeigel, Seesterne, Seelilien und Seegurken hier übertreffen das Alter des Mühlespiels doch um etwa 165 Millionen Jahre.

Nachglühen…

Heimatmuseum Schinznach-Dorf: Saison-Schluss mit Glühwein-Schuss

Am Sonntag, 3. November 2013 öffnet das Heimatmuseum das letzte Mal in dieser Saison seine Pforten. Von 14 bis 17 Uhr wird der Glühwein dampfen und die Gedanken werden sich verdichten.

Noch ein letztes Mal besteht die Gelegenheit, die Ausstellung «heben, tragen, ziehen, schieben» zu betrachten und sich vielleicht nochmals die Worte von Rosmarie Gebhard, die diese Ausstellung eröffnet hat, zu Gemüte zu führen. Sie hat dort den Bogen von physischen Notwendigkeiten zu psychischen Befindlichkeiten geschlagen und eine ganze Reihe entsprechende Ausdrucksweisen präsentiert: sie hebt ab, er trägt schwer an seinem Schicksal, es zieht ihn in ferne Lande, sie schob den Gedanken weit fort.

Beim Glühwein in der geborgenen Atmosphäre des Museuminnenhofs werden noch einige solche Bilder zur Sprache kommen können. Raum bleibt dann immer noch, den konservierten Männerchorliedern aus vergangenen Zeiten zu lauschen, die die Ausstellung zur Entstehung des Chors Schenkenbergertal begleiten. Ein letzter Blick auf die Jugendfestfilme konfrontiert die Betrachter nochmals mit den Zeitläuften. Versöhnlich wirkt dann wieder der Blick in den «Rebbau» und das zu erwartende Resultat – auch hier hallen Lieder nach, die Weinlieder nämlich, wie sie vom Chor Schenkenbergertal «live» und mit Herz im Museumshof dargeboten wurden. Für Relativität gegenüber Zeitbegriffen sorgt das Gewölbe unter dem Museum, wo Wissensbegierige oder Neugierige von unseren fossilen Vor-Vorfahren, die Seegurken, Seeigel, Seelilien und Seesterne – alles Tiere des lauwarmen Meeres – erwartet werden.

Das Museum liegt hinter dem Gemeindehaus und eröffnet die Saison wieder am Sonntag, 4. Mai 2014 von 14 bis 17 und danach jeden ersten Sonntag im Jahr bis zum November. Zu den permanenten Ausstellungen gehören der «Rebbau», «Licht und Wärme» und die weltweit einmaligen «Heisterfossilien». Ein weiterer Verein aus dem Schenkenbergertal wird vorgestellt werden und eine Spezialausstellung ist in Vorbereitung. Anregungen und Ausstellungsgegenstände aus dem Tal nehmen die Museumsverantwortlichen Emil Hartmann, Köbi Zimmermann, Ueli Hinden, Ernst Zimmermann und Dorothee Rothenbach gerne entgegen.

Schinznach: Serien, die es in sich haben

Gleich und gleich gesellt sich gern…

Im Heimatmuseum Schinznach-Dorf tun dies für die kommende Saison-Sonderausstellung grosse und kleine Utensilien in ganzen Serien. Es tanzen zudem die Trachtengruppen von Oberflachs und Schinznach-Dorf zusammen und die beiden hiesigen Museen stellen sich Seite an Seite.

Das Mühlemuseum und das Heimatmuseum in Schinznach-Dorf haben nun ihre Öffnungszeiten und ihren Veranstaltungskalender vollständig koordiniert. Am Sonntag 4. Mai 2014 ist es schliesslich soweit: die Mühle mahlt und die kundigen Führer stehen bereit für Rundgänge und als Ansprechpersonen. Das Heimatmuseum befindet sich ein paar Schritte entfernt und hat sich neben Bewährtem auch mit neuen Sonderausstellungen gerüstet. Hier reihen sich diese Saison die eigentümlichsten Gegenstände vom Pflug bis zur Brille aneinander, in interessante Serien gruppiert. Eindrücklich, wie in der Reduktion auf das Nötige Variations- breite und Gestaltungswillen präsent bleiben. Besonders schauerlich demonstriert die Variation eines Themas: die Mausefallenserie.

Im Vordergrund die doch sehr speziellen Mausefallen, dahinter Buttermodel- und Teller-Serien

Dass allerdings eine solche Serienausstellung möglich wurde, ist hauptsächlich den Zivildiensttuenden im Kulturgüterschutz zu verdanken, die über Jahre unter der Leitung von Boris Beck, Daniel Richner und nun Jonas Ryser die nahezu 3000 im Depot ruhenden Gegenstände ordneten und kartierten.

Auch dieses Jahr bleibt ein Raum frei für die Präsentation eines im Dorf tätigen Vereins. Die Trachtengruppen von Oberflachs und Schinznach-Dorf werden diesen Platz aufs prächtigste nutzen. Ihre Trachtenvariationen gibt es zu bestaunen und am 4. Mai 2014 auch ihre Tänze vor dem Museum. Am Sonntag, 7. September 2014 werden sie nochmals zusammen auftreten und ein Publikumsreigen ist eingeplant. Diese Sonderausstellung wird immer auch von einer Fachfrau/mann begleitet werden, damit Fragen zu Tanz und Tracht gleich vor Ort beantwortet werden können.

Nach dem Tanz und zur Kühlung der Gemüter empfiehlt sich noch eine Erkundung der Dauerausstellung im Gewölbekeller des Museums. Hier reihen sich fossile Seesterne, Seeigel und Seelilien aneinander: gemeinsam mussten sie vor 165 Mio Jahren den Anforderungen der Meeresuntiefen im heutigen Heistergebiet genügen und haben doch so viele Arten entwickelt.

Butter aufs Brot

Schinznacher Mühle und Schinznacher Heimatmuseum Samstag und Sonntag offen

Wie das Mehl fürs Brot entsteht, kann am Samstag 31. Mai 2014, am Schweizer Mühletag, im Mühlemuseum in Schinznach mitverfolgt (www.mittleremuehle.ch) und im benachbarten Heimatmuseum etwa mit Betrachtungen zur Ausgestaltung von Buttermödeli ergänzt werden. Beide Museen sind durchgehend offen von 10 bis 17 Uhr.

Was haben Buttermödeli mit Trachten zu tun? Sie illustrieren aufs Prächtigste das Thema der neuen Saison im Heim- atmuseum Schinznach-Dorf «Gleich und gleich gesellt sich gern». Gleich sind diese Ausstellungsgegenstände, was ihren Zweck betrifft, doch unverwechselbar ist der Anspruch des Handwerkers – sei es eben Holzschnitzer, Schneider, Schmied oder Töpfer, dem Gegenstand seine eigene künstlerische Gestaltung mitzugeben.

Zu den Trachten und dem dazugehören- den Trachtentanz geben die Fachpersonen der Trachtengruppen Oberflachs und Schinznach-Dorf gerne vor Ort Auskunft, und über die Reihen von Strohspinnrädchen, bemalten Tonschalen, Reibeapparaturen, Lote, Mäusefallen und vieles mehr, weiss das freundliche Museumspersonal Bescheid.

Manchmal nimmt sich statt eines Künstlers die Natur einer gewissen Variationsbreite im Erscheinungsbild gleicher Konstruktionen an. Im Kellergewölbe des Museums können fossile Seeigel, Seesterne und Seelilien verglichen und bewundert werden, die alle denselben Bauplan haben, im selben Zeitraum vor 165 Millionen Jahren im gleichen lauwarmen Meer gelebt haben und doch so spezifisch ausgestaltet sind. Sie wurden oberhalb des heutigen Dorfes im Heister entdeckt und sind weltweit einzigartig in Vielfalt und Gesamtzustand.

Beide Schinznacher Museen geöffnet

Mühlen mahlten auch Mohn…

…oder Buchennüsschen oder Raps bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts und dann wieder während des ersten und zweiten Weltkrieges. Ein Modell dazu leiht nun das Heimatmuseum Schinznach am Besuchstag vom Sonntag 6. Juli 2014 dem hiesigen Mühlemuseum aus.

Am Sonntag 6. Juli sind die beiden benachbarten Museen in Schinznach offen von 14 bis 17 und präsentieren Ausstellungsgüter zu ganz verschiedenen Themen. Die Mühle veranstaltet einen Spezialtag zum Thema «Mühle im Bild», das Heimatmuseum aber hat für diese ganze Saison alle modernen Ausstellungskonzepte über Bord geworfen mit «gleich und gleich gesellt sich gern» – statt einzeln in Szene gesetzt schmiegen sich dicht an dicht Gebrauchsgegenstände in fantastisch varierten Ausführungen. Lückenlos harren da z.B. die Mäusefallen, stolz präsentiert sich die Pflugreihe. Auch die von den Schinznacher und Oberflachser Trachtengruppen liebevoll drapierten Gewänder ergeben ein sehenswertes Ensemble. Aber von den Ölmühlemodellen gibt es eben nur ein einziges und dieses darf sich nun kurz zum grossen Mühlrad der mittleren Mühle gesellen. Willi Hartmann-Köstel fertigte es nach dem Vorbild der Öli Veltheim in den Neunzigerjahren, das Original ist schon 1945 abgebrannt. Doch die ausgeklügelten Mahl- und Pressfunktionen können auch heute noch nachvollzogen werden: das Modell läuft nämlich!

Heister-Fossilien entdecken
Stumm und still und dicht an dicht legt dann die Fossiliensammlung im Gewölbekeller des Heimatmuseums Zeugnis ab von noch viel älteren Zeitläuften, als vor 165 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Schinznach Seesterne und Seeigel durchs warme Meer glitten – einen Vorferiengeschmack bringt der Besuch der Museen Schinznach am ersten Julisonntag allemal mit sich.

Wie zwei treue Pferdchen vor dem Pfluge …

… spannen das Mühlemuseum und das Heimatmuseum von Schinznach am Sonntag, 3. August 2014 wieder zusammen

Das Mühlemuseum nimmt sich dann speziell des Themas «Pflügen, Sähen, Ernten, Dreschen» in alten Zeiten an, und das Heimatmuseum steuert im Rahmen seiner Sonderausstellung «Gleich und gleich gesellt sich gern» eine Reihe Pflüge in Originalgrösse und ein Reihchen Modellpflüge zur Illustration bei.

Weitere Modelle, auch zu raffinierten Eggen und Sähmaschinen, sind als Leihgaben gleich in der Mühle selbst zu sehen. Der Beitrag eines dritten Museums aber – des Bözbergmuseums – ist entscheidend. Wurde doch der Film, der die Arbeiten zum Thema «Pflügen, Sähen, Ernten, Dreschen» in alten Zeiten über ein ganzes Jahr auf dem Feld verfolgt, auf Initiative des Bözberg-Museumsgründers Hannes Keller gedreht und kann am 3. August 2014 in der Mühle betrachtet werden.

Der Film übers Pflügen wie anno dazumal wird in der Schinznacher Mühle gezeigt

Das Hauptthema in der «Mittleren Mühle» ist und bleibt das Mühlwerk mit den beeindruckenden Mühlsteinen und dem rauschenden Wasserrad. Gerne erklären die diensthabenden «Müller» die Funktionen und komplexen Steuerungsmöglichkeiten des Mahlvorgangs.

Pflugvariationen und anderes
Das Heimatmuseum liegt nur wenige lauschige Schritte vom Mühlemuseum entfernt und hält nebst den Pflugserien weitere Variationen zum früheren bäuerlichen Alltag bereit. Auf wie viele Arten lässt sich doch die Butter stunggen, können Buttermödeli geschnitzt, der Schnaps aufbewahrt, Gebrauchsgeschirr bemalt, Pfundgewichte gestaltet, ein Loch gebohrt, Mäuse gefangen werden. Dieses Jahr präsentieren sich zudem die Trachtengruppen von Oberflachs und Schinznach-Dorf im «Vereinsraum»,. Wer dann den Mut aufbringt, die Zeitreise nicht nur um ein paar Jahrhunderte sondern 165 Millionen Jahre zurück zu machen, taucht ab ins Kellergewölbe ins warme Meer zu den Stachelhäutern, den Seeigeln, Seesternen, Seelilien und Seegurken, die es dort zu bewundern gibt – als bestens erhaltene Fossilien.

Der mit der Trachtengruppe und dem Mühlrad tanzt…

Die Tanzlustigen lüpfen das Bein im Heimatmuseum Schinznach-Dorf oder spitzen die Ohren zum Mühlradrauschen im Mühlemuseum am Sonntag, 6. September 2014 zwischen 14 und 17 Uhr

Die Trachtengruppen Oberflachs und Schinznach-Dorf versprechen einen erlebnisreichen Sonntag im Heimatmuseum. Sie präsentieren hier ihre wunderschönen Trachten nicht nur in einer Ausstellung , sondern gleich auch «live» und zeigen ihre Tänze noch ein letztes Mal in diesem Umfeld.

Das Publikum ist herzlich eingeladen, ebenfalls einen Versuch mit liebevoller Anleitung zu wagen. Die verdiente Pause gönnt man sich auf dem Spazierweg zur Mittleren Mühle, und lauscht dort dem Mühlengeklapper und den Ausführungen der Museumsleiter, die damals bei der Restauration selbst Hand angelegt haben und über jedes Detail Bescheid wissen.

Auch im Heimatmuseum lässt es sich anschliessend ruhiger an beim Wandeln durch die Ausstellungsräume im alten Spycher. Gehortet wird noch heute dort, wie die Spezialausstellung «Gleich und gleich gesellt sich gern» eindrücklich demonstriert. Gebrauchsgegenstände aus alten Zeiten reihen sich zwar aneinander, doch jeder hat einen eigenen Charakter in Form und Farbe mitbekommen. Dann ist der Jahreszeit entsprechend die Dauerausstellung zum hiesigen Rebbau wiederhochaktuell. Im Kellergewölbe lassen die fossilisierten Stachelhäuter vom hiesigen Heistergebiet vordergründig die letzten Nachferien-Meereserinnerungen Revue passieren, katapultieren diese dann aber stracks um 165 Millionen Jahr zurück. Ein Glas Wein wird die vielfältigen Eindrücke abrunden und Gelegenheit zum Austausch geben.

Steine kommen ins Rollen

Im Heimatmuseum Schinznach-Dorf am 2. November 2014 von 14 – 17 Uhr und auch der Mühlstein im Schinznacher Mühlemuseum dreht sich während dieser Zeit.

Im Mühlemuseum geht es gemütlich zu und her: die «Müller», die sich mit so viel Liebe um die Restauration bemüht haben, setzen wieder ihr Wissen für das Publikum um und erklären den Mahlvorgang. Eindrücklich zeigt sich das ganze Räderwerk in seinen verschiedenen Funktionen in den jahrhundertalten Gemäuern.

Die Bedächtigkeit gilt es dann zu bewahren beim Anblick all der Steine und ihren verborgenen Qualitäten, die im Hofe des Heimatmuseums auf ihre Käufer warten. Speziell geformte Steine aus aller Welt, eben auch solche mit Einschlüssen oder mit Fossilien, erfreuen den Betrachter. Einige Ammoniten befinden sich dabei, die von einem geschickten Präparator profitieren könnten. Ganze Steinserien sind aufgereiht samt weiteren Kuriositäten wie fein präparierte Vogelschädel etc. All diese Herrlichkeiten lassen sich durchaus auch in Weihnachtsgeschenke verwandeln oder spornen einfach zum Betrachten und Bestaunen an.

Dieser Schatz kam dem Museum aus dem Nachlass von Urs Keller zugute, dem Goldschmied in Schinznach. Sein Leben lang hat er gesammelt, Wichtigeres und auch einfach nur Schönes zum Anschauen und Anfassen, wie es seinem liebenswürdigen Naturell entsprach. All das kann nun als einmalige Aktion im Heimatmuseum zum Verkauf angeboten werden.

Ebenfalls einmalig bleibt die Ausstellung der Gewänder, die die Trachtengruppen von Oberflachs und Schinznach versammelt haben. Im Winter werden sie wieder weichen müssen. Permanent präsentieren sich jedoch die Rebbau-Utensilien und die hauseigenen Fossilien, alle fünf Stachelhäuterklassen aus dem Heistersteinbruch. Vielleicht findet sich ja ein Zwillingsexemplar versteckt im Verkaufsmaterial? Und bei einem Glas Glühwein lässt sich der Kauf in Ruhe vergleichen und diskutieren.