Dorothee Rothenbach

Wehrhafte Stacheln und Gewehre

Saisoneröffnung im Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Das Heimatmuseum Schinznach-Dorf öffnet seine Türen zur Saison 2015 am Sonntag 3. Mai zwischen 14 und 17 Uhr. Die eine Türe führt stracks zur diesjährigen Sonderausstellung der versteinerten Stachelhäuter, über die andere Türe ist der Ausstellungsraum der diesjährigen Vereinspräsentation, der Schützen nämlich, zu erreichen. Geologe Dr. Werner Heckendorn nimmt um 14.30 Uhr sein Publikum auf eine Zeitreise um 165 Millionen Jahre zurück in den Lebensraum der Fossilien mit.

Neben den Fossilien in den Vitrinen der Dauerausstellung im Gewölbekeller lagerten eben noch weitere Schätze in Schubladen verborgen im Depot – allesamt versteinerte Stachelhäuter, also z.B. Seelilien, Seesterne, Seewalzen und Seeigel aus offiziellen und weniger offiziellen Ausgrabungen im Heistersteinbruch oberhalb Schinznach-Dorf. Diese gilt es nun endlich zusätzlich in einer Sonderausstellung zu präsentieren. Um den vor 165 Mio Jahren quicklebendigen Meerestieren näher zu kommen, um ihre Struktur und Aufbau zu studieren und damit ihren Erhaltungszustand zu würdigen, dürfen diese Exponate durchaus in die Hand genommen und aus nächster Nähe inspiziert werden. Ein kurzer Vortrag von Werner Heckendorn um 14.30 Uhr wird zudem den damaligen Lebensraum mit dem lauwarmen Meer über dem heutigen Schenkenbergertal aufs Lebhafteste illustrieren.

Später in der Museumssaison werden die versammelten Schützen – nämlich die Schützengesellschaft Schinznach-Dorf, die Feldschützengesellschaft Oberflachs, die ehemaligen Kleinkaliberschützen Schenkenbergertal Schinznach-Dorf, der ehemalige Pistolenclub Schenkenbergertal und der Combatclub Scorpion – ebenfalls spezielle Sonntagsprogramme zur Unterstützung ihrer vielversprechenden Sonderausstellung bestreiten.

Die alten Fahnen der beiden Schützenvereine von Oberflachs und Schinznach gehören mit zu zahlreichen spannenden Ausstellungsstücken der Schiessvereine des Schenkenbergertals.

Die Besichtigung der bereits bestehenden Dauerausstellungen zum hiesigen Rebbau, des in Vitrinen gehütete Fossilienschatzes vom Heistersteinbruch und des Raumes mit allerhand abenteuerlichen Gegenständen zum Thema «Licht und Wärme» rundet den Sonntagsausflug ab.

Seelilie, Sturmgewehr und Mühlrad

Breites Themen-Spektrum in den beiden Museen von Schinznach-Dorf am Sonntag, 7. Juni 2015 (14 – 17 Uhr)

Im Heimatmuseum lagert ein Schatz von fossilen Echinodermen aus dem hiesigen Heistersteinbruch. Diese fragilen Seelilien, Haarsterne, Seesterne, Schlangensterne, Seeigel und Seegurken sind dieses Jahr nun nicht nur durch das Vitrinenglas zu bewundern. Eine Sonderausstellung sorgt auch für den haptischen Eindruck. Die zusätzlich ausgestellten Exemplare dürfen nämlich in die Hand genommen und die zauberhaften Kalkskelette durch die Lupe die studiert werden.

Auch die Schützengesellschaft Schinznach-Dorf, die Feldschützengesellschaft Oberflachs und der Combatclub nutzen ihren diesjährigen Ausstellungsraum im Heimatmuseum für zusätzlichen Anschauungsunterricht. Versierte 300 Meter-Schützen zeigen unter der Ägide von Hanspeter Kuhn an diesem Sonntag vier Generationen alter und aktueller Ordonanzwaffen: ein Langgewehr, ein Karabiner, ein Sturmgewehr 57 und das Sturmgewehr 90.

Währendessen geht in der Mittleren Mühle das Wasser zwar den Bach hinunter, aber diesen Sonntag auch über das Mühlrad, das das Mahlwerk betreibt – ein faszinierend ausgeklügelter Prozess.

…mit Zwischenraum, hindurchzuschaun

Heimatmuseum und Mühle Schinznach bieten Attraktives

In den beiden Museen von Schinznach gibt es nun auch die Leere zu betrachten. In der Mühle werden die Zwischenräume der Mahlwerkbe- standteile sichtbar, im Heimatmuseum gar das Vakuum samt seiner Anwen- dungsmöglichkeiten. Tür und Tor ste- hen bei beiden offen am Sonntag, 5. Juli 2015 von 14 bis 17 Uhr.

In der Mühle werden die Mahlwerke samt Zubehör auseinandergenommen und der jährlichen gründlichen Reinigung und Inspektion unterzogen. Dabei wird so manches Detail sichtbar, das sich sonst im kompakten Zusammenspiel versteckt hält. Auch die Mahlsteine präsentieren sich so in ihrer ganzen Pracht. Die Experten vor Ort erklären die Funktionen der Teile in Arbeit.

Im Heimatmuseum entfaltet sich das Spiel mit Zwischenräumen mittels Druckänderungen bis zur Vakuumproduktion. Eine wunderschön gearbeitetes Demonstrationsmodell aus früheren Schulbeständen zeigt eindrücklich die Wirkungsweisen der Druckunterschiede und steht den Besuchern zum Ausprobieren zur Verfügung. Weitere auch kleinere Objekte – z. B. eine ganze Schröpfkugelsammlung – veranschaulichen die Vakuumwirkung, wie sie dann eben in winzigster Form auch bei den Stachelhäutern vorkommt und vorgekommen ist. Also auch die versteinerten Seelilien, Seesterne und Seeigel aus dem hiesigen Heistersteinbruch verfügten schon vor 165 Millionen Jahren über die Fähigkeit, Kleinstvakuums herzustellen. Mittels eines Hydrauliksystems werden winzige, häutige Füsschen durch Löchlein in der Kalkschale gestreckt und abwechslungsweise am Untergrund festgesogen. Auch bei den versteinerten Exemplaren sieht man noch diese Austrittslöchlein. Die Sonderausstellung der Stachelhäuterfossilien ermöglicht die Betrachtung dieser Details, gibt aber auch einen allgemeinen Überblick – der hilft, in den vielleicht nahen Ferien am Meer auch den Seeigeln und seinen Verwandten positive Seiten abzugewinnen.

Mit Zwischenräumen haben es auch die im Tal angesiedelten Schützenvereine zu tun, für so manches Schiessscheibenlöchlein sind sie verantwortlich. In der diesjährigen Vereins-Sonderausstellung der Schützenvereine aus dem Tal erklären die anwesenden Fachmänner die Ausstellungsgüter.

Eintauchen in Zeiten und Gezeiten

Am 2. August 2015 Heimatmuseum und Mittlere Mühle besuchen!

Ein Tauchgang in alte Zeiten im Schenkenbergertal hat die Ernährungslage zum Thema und findet in der Mittleren Mühle statt. Eintauchen ins Jurameer aber wird im Heimatmuseum möglich, beides am Sonntag, 2. August 2015 zwischen 14 und 17 Uhr.

Die Mittlere Mühle steht schon seit beinahe siebenhundert Jahren und während all dieser Zeit war das tägliche Brot nicht immer selbstverständlich. Krieg und Pest haben die Ernährungsgrundlagen erschüttert – wie wurde damit umgegangen und welche Massnahmen wurden hier gegen die resultierende Armut ergriffen? Das sind die Themen, die in der Mühle zur Sprache kommen werden in halbstündigen Referaten ab 14, 15 und 16 Uhr (www.mittleremuehle.ch).

In wenigen Schritten ist das Heimatmuseum erreicht, wo der Abstieg ins kühle Kellergewölbe einem Eintauchen ins Jurameer vor 165 Mio Jahren gleich- kommt. Hier befindet sich eine Schatzkammer voller Fossilien aus dem hiesigen Heistersteinbruch. Schicht um Schicht gab er wohlerhaltene Stachelhäuter preis. So manche Seestern-, Seeigel- oder Seelilienart wurde überhaupt erst hier entdeckt und bekam den Namenszusatz schinznachensis. Geschützt in Vitrinen sind sie zu bewundern. Doch ermöglicht die diesjährige Spezialausstellung auch die direkte Kontaktnahme mit der vergangenen Pracht. Auf Tischen ausgebreitet sind repräsentative Exemplare und können in die Hand genommen und die zarten Details mit der Lupe studiert werden. Tafeln und Bilder helfen bei der Orientierung. Da bei den fossilisierten Stachelhäutern die Saugfüsschen nicht mehr sichtbar sind, illustrieren allerhand ehrwürdige Utensilien den Umgang mit der Saugwirkung von Vakuum – von der Schröpfkugel bis zum Wäschestampfer.

Weitere interessant gearbeitete Gegenstände aus früheren Zeiten lassen sich in der Rebbau-Ausstellung bewundern, dann wurde dieses Jahr auch verschiedenen Schützenvereinigungen Platz für ihr Ausstellungsgut eingeräumt. Zum Schluss rundet der Film über Schinznach, ruhig und sachkundig kommentiert von Hansruedi Gysi und Emil Hartmann, den Einblick in vergangene Zeiten ab.

Sesshaft und doch beweglich

Erstaunliches im Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Sesshaftigkeit und Beweglichkeit können sich elegant ergänzen, wie die Spezial-Ausstellung über fossile Stachelhäuter im Heimatmuseum Schinznach-Dorf am Sonntag, 6. September 2015 von 14 – 17 Uhr zeigt. Gleichzeitig ist auch die Mittlere Mühle in Betrieb.

Da kleben wir Menschen nach den Ferien also wieder auf unseren Sesseln und unsere Kinder dazu und die ganz kleinen ganz neu obendrein. Wie die Haarsterne (Bild), die sich am Grunde unseres eigenen Stammbaumes befinden und immer noch im Meer leben, filtern auch wir uns Zugetragenes im Sitzen. Die Haarsterne gehören zu den Stachelhäutern wie die Seesterne und Seeigel , die Schlangensterne, Seelilien und Seegurken – die Namen sind irreführend, allesamt sind sie Tiere und schon lange in den Meeren dieser Welt. Vor 165 Millionen Jahren bevölkerten sie auch das warme Meer in der Gegend von Schinznach und sind darum heute – fossilisiert zwar – auch im hiesigen Museum zu sehen . Man fand sie alle vereint und in versteinerter Form im Heistersteinbruch, so wohlerhalten wie sonst nirgendwo auf dieser Welt. Lebende Haarsterne können allerdings ihren Untergrund auch loslassen und sich in einer galoppähnlichen Fortbewegungsweise eine neue Umgebung suchen – solch eifriger Zustrom wäre auch der liebevoll komponierten Spezial-Ausstellung im Heimatmuseum Schinznach-Dorf zu gönnen.

Darum herum gruppieren sich zudem Ausstellungsgüter des Rebbaus im Tal, und saisonal die Objekte der örtlichen Schützengesellschaften. Während der Museums-Öffnungszeiten zwischen 14 und 17 Uhr lädt darum der «Praktische Combatclub Scorpion» zur Besichtigung seiner Anlagen (14-16 Uhr). Aber auch die Müller des Mittleren Mühle-Museums freuen sich auf Besuch – so kommt doch wieder Bewegung in Körper und Geist.

Ernten in den Schinznacher Museen

Am Sonntag, 4.Oktober 2015 gibt es von 14 bis 17 neuen Most aus alten Pressen im Heimatmuseum und neue und alte Geschichten im Mühlemuseum zu kosten.

Alle Sinne sind angesprochen im Heimatmuseum von Schinznach-Dorf. Die alte Mostpresse hat ihr jährliches Bad erhalten, damit das Holz quillt und den duftenden Saft nicht ungenutzt entlässt. Und nun steht alles bereit, damit Jung und Alt sich nach Lust und Laune am kommenden Sonntag, 4. Oktober von 14 bis 17 Uhr an der Presse betätigen können, natürlich tatkräftig unterstützt von den Museumsfachkräften Köbi und Ernst Zimmermann.

Verschiedene Apfelsorten können getestet werden, Speck und Brot bödelen den Magen. Dann sind alle Sinne gerüstet, die Schätze des Museums auszuloten, die weit länger zurückreichen als bis zum letzten Sommer. Der Film von Emil Hartmann und Hansruedi Gysi führt uns über alle Jahreszeiten zurück ins alte Schinznach. Die Tafeln in der Ausstellung zum Rebbau zeigen drastisch die Auswirkung der Reblaus auf das Rebbaugebiet vor vier Generationen und die Rebbauinstrumente daneben lassen die harte Arbeit erahnen, die auch aktuell noch nötig ist, bis die Trauben gekeltert werden können. Die Versteinerungen vom hiesigen Heister aber sind Zeugen einer Welt, die sich unserem Erinnerungsvermögen gänzlich entzieht und buchstäblich versunken ist im Meer, das vor 165 Millionen Jahren das Gebiet von Schinznach bedeckt hat. Eine Spezialausstellung zeigt die eindrückliche Stachelhäutersammlung mit Stücken, die auch ohne unangenehme Folgen in die Hand genommen und unter der Lupe inspiziert werden dürfen – die fossilisierten Tiere, die Seeigel , Seesterne und Seelilien zeigen nur noch ihre Schönheit und stechen nicht mehr. Die verwandten Seewalzen aber sind kaum versteinert erhalten, da ihr Skelett auf wenige Kalkelemente reduziert ist – und doch gibt es einen raren Abdruck im Heimatmuseum zu sehen.

Im nahegelegenen Mühlemuseum dreht sich die Reise in die Vergangenheit mit Wasserrädern und Mahlsteinen, mit Müllerinnen und Müllern um Mehl und Brot in mannigfachen Geschichten, die halbstündlich um 14, 15 und 16 Uhr zum Besten gegeben werden.

Eiderdaus!

Heimatmuseum Schinznach-Dorf mit Markt-Überraschungen

Am Sonntag , 1. November 2015 ist das Heimatmuseum Schinznach nochmals für Überraschungen gut. Wie in den letzten Jahren soll sich zwischen 14 und 17 Uhr ein kleiner, exquisiter Markt entwickeln – unter dem Holunderbaum im Hof des Museums, diesmal mit alten Postkarten.

Eiderdaus, was Emil Hartmann, der Museumspräsident, hier im Nachlass von Urs Keller entdeckt und vor dem Unter- gang gerettet hat. Immer wieder lässt ihn seine Liebe zum Tal wahre Schätze aufspüren – und manchmal sprengen sie halt den Rahmen des kleinen Museums. So auch diese stattliche Foto- und Postkartensammlung. Das Heimatmuseum durfte sie behändigen und hat nach langer Sortierarbeit den Spreu vom Weizen getrennt. Dem Museum bleiben die Bilder vom Dorf und vom Tal, die übrigen Sujets suchen ihre Liebhaber. Pontoniere, Schützen und Turner scheinen dazumal eifrig Karten geschrieben zu haben, Reisende haben sich an den Reizen von Landschaften oder Trachtenschönheiten erfreut – so sind an die vierhundert Postkarten vom letzten Jahrhundert zusammengekommen, die uns noch heute eigenartig berühren. Diesem Gefühl geht nun Renate Lerch, Künstlerin aus Schinznach und Dozentin an der ZHdK, nach und bearbeitet einzelne Karten in verschiedenen Techniken. Eine kleine Auswahl wird bis zum November zum Betrachten und Erwerben bereitstehen.

Leutnants Anny von Schinznach

Dazu spendet der Glühwein aus dem Schinznacher Rebberg Wärme, trägt zum angeregten Gespräch bei und macht Mut, auch noch einen Schritt ins kühle Museum zu wagen und einzutauchen in die Schinznacher Gegend vor 165 Millionen Jahren: in einer Sonderausstellung präsentieren sich spezielle Fundstücke zusätzlich zur Stachelhäuterfossilien-Sammlung aus dem hiesigen Heistersteinbruch. Sie dürfen in die Hand genommen werden und erwärmen das Herz.

Bahnen von Schinznach-Dorf

Heimatmuseum: Eisenbahnen und Jurameer im Mittelpunkt

Die neue Saison rollt mächtig heran im Heimatmuseum Schinznach- Dorf mit einer Fülle von Ausstellungsgut zu den hiesigen Bahnen – drei an der Zahl lassen kleine und grosse Herzen schneller schlagen. Am Sonntag, 1. Mai eröffnen die Zugchefs Peter Oberson und Daniel Böhlen die Ausstellung mit einem Anekdotenstrauss aus ihrem bunten Berufsleben, während die Baumschulbähnler ausnahmsweise den Wurstgrill einheizen und das Museumspersonal den Durst löschen hilft.

Anlass zur diesjährigen Sonderausstellung ist der Bahnhof Schinznach-Dorf, der der Erweiterung des Bözbergtunnels weichen muss. So manch interessantes Stück aus der langen Bahnhofsgeschichte wird es im Museum zu bestaunen geben, ein Billettautomat kann betätigt werden, Bilder als Zeitzeugen geben zu diskutieren. Die Unterstützung des SBB-Archivs Swiss Historic und der seit zehn Jahren bestehenden Stiftung Bahnpark Region Brugg ist deutlich spürbar. Dazu wird die diesjährige Vereinspräsentation durch die SchBB bestritten, dem Verein, der unter der Leitung von Peter Gysel die Schinznacher Baumschulbahn betreut. Die geheimnisvolle dritte Bahn im Bunde beruht auf der Privatinitiative von Markus Stalder, der um sein Haus in Museumsnähe seit Jahren eine Gartenbahn betreibt und an einem Sommersonntag Gästefahrten anbieten wird. Auch die Dauerausstellungen präsentieren sich herausgeputzt. Der «Rebbau im Schenkenbergertal» zeigt die grossen Zusammenhänge des Rebbaus und so manches handwerklich überzeugende Detail aus der Traubenpflege. Die Heister-Fossilien haben einen zusätzlichen Ausstellungsraum erhalten. Eine grosse Zeittafel trägt zum Verständnis ihrer Herkunft bei, ein Überblick über die vergangenen Jahrmillionen bringt uns die Entstehung des Jurameeres näher und die Lage des heutigen Schinznachs mittendrin – nur dass sich eben statt der Schinznacher lauter Seesterne, Seeigel, Seelilien und Seewalzen dort tummelten, die in versteinerter Form wieder im Heistersteinbruch ob Schinznach auftauchten. Ihre fragilen Skelette können nun gefahrlos in die Hand genommen werden und mit der Lupe studiert werden.

Als besonderer Schinznacher tritt Bruno Mühlethaler in Aktion und stellt seine Bilder von Schinznach und Umgebung im Depot des Museums aus, wo trotz der vielen Gegenstände noch etwas mehr Weiträumigkeit herrscht. Zudem hält auch er wahrhaftig gegen Ende Jahr noch eine Loki-Überraschung bereit…

Zugs- und Zeitreisen in Schinznach

Vom alten Bahnhof und der Heister-Sammlung

Im Heimatmuseum Schinznach- Dorf sind am Sonntag, 5.Juni 2016 die Erschütterungen der Eröffnung des Gotthardbasistunnels bis ins Schenkenbergertal zu spüren. Der alte Bahnhof hier muss weichen und seine Hinterlassenschaft ist damit museumswürdig.

Ein aktuelles Bahnfahrgefühl hingegen vermittelt der Schinznacher Markus Stalder und setzt an diesem Sonntag seine Gartenbahn in Betrieb. Auf eine lange Reise der besonderen Art führt uns die neue Tafel, die die Länge einer ganzen Museumswand in Anspruch nimmt, um die Entstehung des Jurameers und damit den Lebensraum der hiesigen Heisterfossilien zu illustrieren.

Weitere Bahngeschichten

Bereits im Hof des Museums empfängt die Bahnhofsglocke der SchBB (Schinznacher Baumschul–Bahn) den Besucher und gibt den Ton an zum Thema der diesjährigen Sonderausstellung. Mit der Eröffnung des Gotthardtunnels muss sich nun eben auch der Bözbertunnel anpassen und erneuert werden. Der weit über hundert Jahre alte Bahnhof von Schinznach-Dorf wird weichen müssen. Allerdings ist er in seiner ganzen Pracht, im Verhältnis 1:87 als Modell von Gregor Tomasi erschaffen, in der Spezialvitrine vom Heimatmuseum nochmals zu bewundern – ein Kleinod, das in Funktion gezeigt wird samt Bahnpersonal, das mit dem Güterumschlag beschäftigt ist, mit wartenden Velos, die bis zur Speiche das Lebensgefühl im alten Bahnhof vermitteln. In «natürlicher Grösse» scharen sich darum herum, was das Bähnlerherz höher schlagen lässt: von der alten Bahnhofskelle, über die rote Kondukteurtasche bis zum Billettautomaten. Der ehrwürdigen Kartonbillett-Apparat ist schon an und für sich ein Kunstwerk und seine Funktionstüchtigkeit durchaus intakt, wie sich Jung und Alt selbst überzeugen kann. Dokumente zur Schinznacher Bahnhofsgeschichte, die mit Bau des ersten Bözbergtunnels verknüpft ist, illustrieren das Ende dieser spezifischen Ära und ein SBB-Film zeigt die grossencZusammenhänge der Entstehung des Schweizerischen Eisenbahnnetzes.

Gregor Tomasis massstäblich genauer Modellbahnhof «Schinznach-Dorf».

Auch an diesem Museums-Sonntag präsentiert sich wieder ein passionierter Bähnler aus dem Dorf. Markus Stalder zeigt grosszügigerweise eine «Ausstellung in der Ausstellung» mit wechselnden Modelleisenbahnen aus seinem Fundus – und hält für den nächsten Museumssonntag eine Überraschung für Kinder bereit. Er wird seine Gartenbahn in Betrieb nehmen, persönlich seine jungen Gäste um sein Grundstück führen und ihnen neue Einblicke in die Mühlegässli-Gegend ermöglichen – solange eben die Batterie reicht. Gleich nebenan befindet sich das Mühlemuseum, das den Besuchern ebenfalls offen steht.

Zurück im Museum wird es Zeit für einen Blick in den neu eingerichteten Gewölbekeller. Hier gibt es keinen Signalpfiff zur Abfahrt, sondern der Blick schweift gemächlich über die Millionen Jahre der neuen Tafel entlang, um bei der 165-Millionen-Marke im neu gebildeten Jurameer den Lebensraum der Stachelhäuter zu entdecken, die heute als Heisterfossilien das Kernstück des Museums bilden.

Heimatmuseum: «Em Peterli si Loki»

In Schinznach-Dorf gehts um Bahnen und Bilder

Bruno Mühlethalers Bilderbuch handelt vom Herzblut, das auch in die Sonderausstellung zu den Schinznacher Bahnen ins Heimatmuseum geflossen ist, und gleichzeitig präsentiert er seine Bilder im Museumsdepot. Am Sonntag, 3.Juli zwischen 14 und 17 Uhr begleitet der hiesige Maler und Autor seine Ausstellung persönlich.

Ganz luftig über der Feuerwehrgarage gleich neben dem Museumsspycher befindet sich das Depot, wo an die 3000 Gegenstände aus dem Schenkenbergertal auf ihre Präsentation im Museum warten. Und nun hat Bruno Mühlethaler, der sein Hobby nach der Pensionierung zum vergnüglichen Hauptberuf gemacht hat, den Mut gehabt, den vollbepackten Gestellen entlang seine Bilder aufzuhängen – die sich ohne Zweifel gut zu behaupten wissen. So viel Hintergrundwissen und Liebe zu Farbe und Detail strahlen sie aus. Natürlich liegt auch das Bilderbuch auf, das sich gut an die Sonderausstellung der Schinznacher Bahnen ankoppelt (Bilder als auch das Buch können gekauft werden). Relikte vom Schinznacher Bahnhof rufen so manche Erinnerung wach und die Delegation der SchBB (Schinznacher Baumschulbahn) steht mit Rat und Tat bereit.

Der Künstler vor seiner Staffelei

Die permanente Ausstellung zum Schenkenberger Rebbau nimmt immer noch einen ganzen Museumsteil in Anspruch und die Heisterfossilien besiedeln neu auch das benachbarte Kellergewölbe. Neozoen sind sie trotzdem nicht, sie sind schon seit 165 Millionen Jahre hier. Ihre Entwicklungsgeschichte lässt sich entlang einer eindrücklichen Zeittafel abschreiten.