Dorothee Rothenbach

Haus und Hof

Die Lockdownsituation und die damit einhergehenden BeschrĂ€nkung auf Haus und Hof haben eben auch zu grosser Konzentration und KreativitĂ€t verholfen und z.B. bei Regula Umbricht aus Thalheim die Gestaltung einer ganzen Reihe interessanter Modelle, Skulpturen und Fotocollagen ausgelöst – alle basieren sie auf den Elementen einer raffinierten MĂ€usefalle aus den MuseumsbestĂ€nden. Nun sind sie zusammengefasst in einer Sonderausstellung im Parterre des Museums und verblĂŒffen durch ihre besondere abstrakte Sichtweise.

Die zweite Sonderausstellung illustriert das ‘Homeoffice Ă  l,ancienne’ und bringt uns die damaligen zwar hĂŒbschen aber nicht immer so bequemen LebensumstĂ€nde wieder nĂ€her – samt einer gewissen Dankbarkeit fĂŒr die heutigen.

Wirklich eingeschlossene, in Stein verwandelten Lebewesen liegen im Gewölbekeller des Museums: die StachelhÀuter nÀmlich, die Seelilien, Seesterne, und Seeigel, die vor 165 Mio Jahren im hiesigen lauwarmen Meer gehaust haben.

Im Flechtwerk der Zeiten

Das Heimatmuseum Schinznach zeigt Zeugen aus verschiedensten Zeitepochen, doch ganz ins Hier und Jetzt holt uns Daniela Gloor am Sonntag, 6. Juni 2021 zurĂŒck, sie wird zwischen 14:00 und 17:00 im Museumshof Korbflechten demonstrieren und die so entstandenen Kunstwerke ausstellen.

Das Heimatmuseum fĂŒhrt somit die Weitergabe handwerklichen Könnens direkt vor Augen, hat doch Daniela Gloor ihr Metier bei Frieda Hartmann gelernt – diese hat eben ihren 95ten Geburtstag gefeiert und hat nicht versĂ€umt, ihr Wissen weiterzugeben.

In ihrer frĂŒhen Jugend mag ein Zimmer so bestĂŒckt gewesen sein wie im Ausstellungsraum ‘Home Office Ă  l’ancienne’. Noch viel weiter zurĂŒckzusteigen zu unseren AnfĂ€ngen gelingt ĂŒber die Treppe in die Kellergewölbe, dort sind die StachelhĂ€uterfossilien aus dem hiesigen Heister versammelt in weltweit einmaliger Artenvielfalt und beeindruckendem Erhaltungszustand. Ganz modern wird es wieder im Licht des oberen Raumes, wo uns die hinreissenden Variationen zu einer MĂ€usefalle aus dem Museum verblĂŒffen – Regula Umbrichts Lockdownarbeit in Thalheim. Anpassungen an geĂ€nderte Lebensbedingungen können durchaus zu kunstvollen Formen fĂŒhren!

Sich fallenlassen in die Mausefalle

Kunstgeschehen im Heimatmuseum Schinznach aus nÀchster NÀhe: Regula Umbricht stellt Ihre Collagen und Skulpturen persönlich vor am Sonntag, 4. Juli 2021 von 14:00 bis 17:00.

Wie sich grausame Grundlagen in interessante und humorvolle Kunst wandelt, wird uns hier direkt vor Augen gefĂŒhrt. Gleich den umliegenden Schlössern verfĂŒgt nĂ€mlich auch das Heimatmuseum Schinznach ĂŒber die Utensilien zu einer Folterkammer – entsprechend seiner Winzigkeit sind es hier die raffiniertesten MĂ€uesefallen. Regula Umbricht hat sie vor einiger Zeit in einer Ausstellung entdeckt, eine davon ins Herz geschlossen respektive als Foto gebannt und sie wĂ€hrend des Shutdowns verwandelt – das so entstandene Bilder-und SkulpturenmĂ€rchen breitet sich nun im Museumsraum aus, ergĂ€nzt durch weitere Werke, die besondere Einblicke ins Pflanzenleben gewĂ€hren: wer hĂ€tte schon einer Knoblauchzehe kĂŒnstlerische Inspiration zugetraut?

Gegossene Knoblauchzehe

Sei’s auf Formensuche oder aus reiner Neugierde, auch das Depot ist also einen Besuch wert nebst der Ausstellung zum ‘Home Office Ă  l’ancienne’, den GerĂ€ten und Illustrationen zum hiesigen Rebbau oder den ĂŒber Jahrmillionen Evolutionsgeschehen ziselierten StachelhĂ€uterfossilien aus dem Heistersteinbruch ob Schinznach.

Sehnsuchtsorte – Sehnsuchtspforte

Das Heimatmuseum Schinznach-Dorf als Guckloch in die nĂ€here und fernere Vergangenheit, den Blick auch fĂŒr die Zukunft schĂ€rfend am Sonntag 1. August 2021 von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Das Lebensbild im Keller des Museums gibt zwar die nachempfundene Situation der Region um Schinznach unter Wasser vor 165 Mio Jahren wieder, doch weckt es eben auch Sehnsucht nach dem eben zurĂŒckgelassenen Meeresstrand. Gute alte Bekannte – die Seeigel, Seesterne – krabbeln auf dem Meeresboden, umgeben von ihren nĂ€chsten Verwandten, den uns völlig fremden Seelilien. In Form wohlerhaltener Fossilien können sie alle im Gewölbe ohne Schnorchel aber mit der Lupe  ganz aus der NĂ€he bestaunt und analysiert werden.

Die Ausstellungsobjekte in den oberen Stockwerken komponieren ein ‹home office Ă  l’ancienne‘, zudem einen Blick in die Entwicklung des Rebbaus im Schenkenbergertal und die ganz aktuelle kĂŒnstlerische Umsetzung durch Regula Umbricht aus Elementen einer antiquierten Mausefalle. Die Fantasie bedient sich ungehemmt der alten Formen, setzt sie um und öffnet  neue TĂŒren – ein coronageschĂŒrter Prozess.

HĂŒten und BrĂŒten

Wenn Martin Deubelbeiss den HĂŒhnereierausbrĂŒte-Apparat aus seiner Familie demonstriert am Sonntagnachmittag vom 5. September 2021, wird ein kleines Feuerwerk losprasseln im Heimatmuseum Schinznach-Dorf.

Brutmaschine, H. Deubelbeiss, Schinznach-Dorf

Gar zwei Museen gibt es hier: das MĂŒhlemuseum und das Heimatmuseum. Das MĂŒhlemuseum ist gerade vom Talbach in Mitleidenschaft gezogen worden und wird bis auf weiteres geschlossen bleiben mĂŒssen, bis getrocknet und aufgerĂ€umt werden konnte.

Der Spycher, der das Heimatmuseum beherbergt, liegt etwas weiter oben und hat seine SchĂ€tze aus dem Schenkenbergertal am Trockenen. Hier wird Martin Deubelbeiss auftreten, nachdem er ja zwei Tage vorher bereits in der Aula im Duo mit Gitte Deubelbeiss ‘Kurt & Daisy’ zum Besten gegeben hat.

Schon vorher allerdings, am Donnerstag, 26. August, wird um 18:30 der Museumsplatz vom Chor Schenkenbergertal bespielt, genauer besungen – auch die Kultur schlĂŒpft aktuell wieder allerorten!

Bewahrt wurden im Heimatmuseum unterdessen die Zeugen des Fundaments, das uns hier trĂ€gt: die Fossilien der meereslebenden StachelhĂ€uter aus dem hiesigen Heistersteinbruch. Die Übersicht zum Rebbau im Schenkenbergertal ĂŒber die Zeiten bringt uns der Gegenwart nĂ€her, das ‘Home Office Ă  l’ancienne’ spielt mit der aktuellen Lage und diese hat auch Regula Umbricht aus Thalheim zu den Variationen mit den Elementen einer MĂ€usefalle aus dem Museumsdepot inspiriert – und so sind wir wieder im Hier und Heute angekommen.

Herbstfreuden – fest und flĂŒssig

Die Obst-und Weinpressen im Heimatmuseum Schinznach sind Kunstwerke aus Holz, schön anzuschauen und funktional raffiniert. Und nicht zuletzt mit herrlichem Ergebnis: Am Sonntag, 3. Oktober 2021 können Gross und Klein im Museumshof Apfelmost pressen und verkosten.

Im kĂŒhlen Keller vom Museum lagert nun allerdings weder Most noch Wein, sondern das Resultat aus den Grabungen vom Steinbruch Heister am Abhang vom Berg «Grund» ob Schinznach – seinerseits eine Herbstwanderung wert. Die SchĂ€tze aus dieser Grabung bestehen hauptsĂ€chlich aus versteinerten StachelhĂ€utern – unsere Vorfahren in besterhaltener Form, gelebt haben sie hier vor 165 Millionen Jahren im damaligen seichten Meer.

Den Raum fĂŒr KĂŒnstler aus dem Tal fĂŒllen die Variationen eine Mausefalle aus dem Museumsdepot vollstĂ€ndig aus: Ihr hat Regula Umbricht die interessantesten Seiten abgewonnen und ihrer Fantasie in verschiedenen Materialien freien Lauf gelassen. Nebenan hĂ€lt es das «Home Office Ă  l’ancienne» eher mit der Tradition, der schon beinah vergessenen FĂŒlle an Schreib- und Rechenapparaten, Telefons und Pausenhelfern.

Saisonal im Vordergrund steht nebst dem Mosten natĂŒrlich die frisch konzipierte Ausstellung zum Rebbau im Tal – eine Übersicht ĂŒber Reblagen und Utensilien ĂŒber die letzten Jahrzehnte.

GlĂŒhender Saisonschluss im Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Ein Glas GlĂŒhwein beschliesst das Museumsjahr, wĂ€rmt das Herz und wappnet uns fĂŒr Kommendes: «Von der Habsburg, eisig rauh / Pfeift ein scharfer Ost / Unbarmherzig beisst der Frost.»

Auch wenn am Sonntag, 7. November 2021, Hans Burgers Worte, die er am Festspiel 1989 dem Bussard in den Schnabel gelegt hat, zutreffen, wird das Museum das Interesse seiner Besucher zwischen 14 und 17 Uhr mit Gastfreundschaft und Fachwissen zu unterstĂŒtzen wissen.

Noch einmal sind die Mausefallen-Variationen von Regula Umbricht aus ihrer kreativen Thalheimer Lockdownphase zu sehen nebst dem «Home Office Ă  l’ancienne» – beides dem Coronavirus zu verdanken – und der revidierten Rebbauausstellung. Der kleine Novembermarkt im Museumshof beschrĂ€nkt sich diesmal auf spezielle Weihnachtskarten mit dem Bild 165 Millionen Jahre alter Sterne – die Originale grĂŒssen samt ihren Verwandten aus dem Gewölbekeller.

Der ZundelfÀcken

Am Sonntag 1. Mai 2022 beginnt die neue Saison im Heimatmuseum Schinznach, sie ist ganz den VerĂ€nderungen im Dorfbild gewidmet. Eine Fotogalerie im Museum illustriert diesen Wandel und zu Fuss wird ihm nachgegangen unter der FĂŒhrung von Emil Hartmann.

Die Zeiten haben sich schon immer geĂ€ndert , nicht nur in den letzten zwei Jahren. Auch das Dorfbild von Schinznach-Dorf ist dem Wandel unterworfen, dieser wird im Heimatmuseum nun prĂ€zise festgehalten in einer Fotoausstellung. Um allerdings der Geschichte und den Geschichten, die sich um spezielle GebĂ€ude ranken, gerecht zu werden, bedarf es auch eines Dorfwandelns zu Fuss. Dieser findet unter der Ägide eines begeisterten Einwohners und begabten ErzĂ€hlers statt. An jedem Museums-Sonntag wird also Emil Hartmann Interessenten ab 14:30 durchs Dorf fĂŒhren und die Besonderheiten – auch den ZundelfĂ€cken – ins Auge fassen. Im Laufe der Saison werden die Besucher den Geschichtenschatz wohl noch weiter ergĂ€nzen und anwachsen lassen wollen, Stift und Papier liegen bereit.

Auch die Einrichtung der HĂ€user, StĂ€lle und WerkstĂ€tten findet ihre ReprĂ€sentation in und ums Museum. Eine Dauerausstellung dokumentiert den hiesigen Rebbau, eine weitere Dauerausstellung beschĂ€ftigt sich mit dem tieferen Wandel der Zeiten. 165 Millionen Jahre spiegeln sich in den Fossilien vom hiesigen Heistersteinbruch: alle fĂŒnf StachelhĂ€uterklassen sind Im Museumsgewölbe ausgestellt, vereint und in bester Verfassung.

Vor dem Hirzen steht das Ross

Am Pfingstsonntag, 5. Juni 2022, geht es mit dem Gang durch Schinznach-Dorf in die zweite Runde: Vom Start im Heimatmuseum um 14.30 Uhr wird Emil Hartmann die Besucher in den Unterdorf-Teil entfĂŒhren. Die vollstĂ€ndige Dokumentation zu Ober- und Unterdorf befindet sich als Sonderausstellung im Heimatmuseum.

Brav lĂ€sst es sich beschlagen, das Ross, und das vor ĂŒber hundert Jahren. Die Schmitte im Hintergrund steht noch viel lĂ€nger, wurde dann abgelöst von der BĂ€ckerei Hiltpold, welche spĂ€ter zur «Speisewirtschaft Hirzen» nebenan geschlagen wurde. Diese besteht heute noch als hochgeschĂ€tzte «Wirtschaft zum Hirzen» – leider nur noch bis zum Mittwoch, 8. Juni. Dann geht in Schinznach-Dorf eine ĂŒber 300-jĂ€hrige Gastro-Tradition zu Ende.

Emil Hartmann wird auch davon zu erzĂ€hlen wissen. Im Parterre vom Museum befinden sich die Fotoserien dazu samt interessanten GegenstĂ€nden aus Haus und Hof, welche die damaligen Gegebenheiten zusĂ€tzlich illustrieren. Der Wandel im Rebbau in der Region wird im ersten Stock geschildert, und ein RĂŒckblick auf unser aller AnfĂ€nge ist im Gewölbekeller bei den Fossilien aus dem hiesigen Steinbruch Heister zu erhaschen.

Metamorphosen im Dorf

Wandeln und Wandlungen am Sonntag, 3. Juli 2022 in Schinznach -Dorf im und um das Heimatmuseum. Eine Sonderausstellung und ein Dorfrundgang ab 14:30 illustrieren den immer noch anhaltenden Prozess.

Die Frösche tun es, die Schmetterlinge tun es: grundsĂ€tzlich neuen Anforderungen zu genĂŒgen, ein heikler und nicht immer schmerzfreier Vorgang. HĂ€user tun es auch. Ein Blick zurĂŒck auf das ursprĂŒngliche Konzept eines Hauses erklĂ€rt die damalige Lebensweise und die Struktur des Dorfes bis zum heutigen Tag, dessen Anforderungen sich eben fundamental gewandelt haben. Emil Hartmann wird die FĂŒhrung – diesmal durchs Oberdorf – ĂŒbernehmen und solche NutzungsĂ€nderungen gerade auch an seinem Haus trefflich dokumentieren können.

Stall und Tenn sind dem Degustationsraum, Garagen und Werkstatt gewichen, die grosse Trotte dem Buskehrplatz.

Im Museum erwartet zudem ein Überblick ĂŒber den hiesigen Rebbau den Besucher. Unten im GebĂ€udekeller aber wecken die StachlhĂ€uterfossilien die Vorfreude auf die kommende Ferienzeit und die allfĂ€llige Begegnung mit ihren lebendigen Nachkommen, den Seesternen z. B.